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Russland und Kuba fordern die USA zu Gesprächen auf und warnen vor einer möglichen Seeblockade gegen die Insel. Bei einem Treffen in Moskau beraten die Außenminister Sergej Lawrow und Bruno Rodríguez über die Energiekrise infolge des US-Embargos.
18.02.208 19:30 Uhr
Bildquelle: Lavrov Vows Ongoing Support to Havana After Russian FM Meets Cuban Counterpart in Moscow | APT von APT. Bild von YouTube, Rechte beim Uploadenden.
Bei einem kurzfristig anberaumten Treffen in Moskau haben am Mittwoch (18.) Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein kubanischer Amtskollege Bruno Rodríguez die Vereinigten Staaten zu einem Dialog aufgefordert und zugleich verlangt, Ihre Pläne einer Seeblockade gegen die Karibikinsel aufzugeben. Rodríguez, dessen Besuch zuvor nicht öffentlich angekündigt worden war, erklärte zu Beginn der Gespräche, Kuba sei zu einem „respektvollen Dialog auf Augenhöhe“ mit jedem Staat bereit.
Im Zentrum der Gespräche stand neben der diplomatischen Konfrontation mit Washington vor allem die angespannte Energieversorgung auf der Insel. Rodríguez sollte im Anschluss an das Treffen auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenkommen, um die Folgen des US-Embargos und die daraus resultierende Versorgungskrise zu erörtern. Rodríguez bekräftigte nach dem Gespräch mit Lawrow, Havanna werde trotz des Drucks aus Washington seine „Souveränität und Unabhängigkeit“ verteidigen und am eingeschlagenen politischen Kurs festhalten. Die US-Regierung hatte Kuba per Dekret als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft. Nach kubanischer Lesart untergräbt diese Politik nicht nur die bilateralen Beziehungen, sondern auch den Multilateralismus und die Rolle der Vereinten Nationen. Lawrow sprach von „absolut inakzeptablen“ Maßnahmen und rief Washington auf, „gesunden Menschenverstand“ walten zu lassen. Gemeinsam mit der Mehrheit der internationalen Gemeinschaft fordere Moskau die USA auf, von Plänen für eine Seeblockade der „Insel der Freiheit“ Abstand zu nehmen. Besonders kritisch sieht Russland, dass das US-Dekret die Kooperation zwischen Moskau und Havanna als verschärfenden Faktor darstellt und Russland darin als „feindlichen und böswilligen Staat“ bezeichnet. Die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und Kuba beschrieb Rodríguez als „historisch, brüderlich, besonders und strategisch“. Die Zusammenarbeit werde „unter allen Umständen“ fortgesetzt. Moskau stellte jüngst in Aussicht, erneut Rohöl nach Kuba zu liefern. Eine vergleichbare Lieferung hatte es zuletzt im Februar 2025 gegeben, als 100.000 Tonnen Rohöl auf die Insel gebracht wurden. Die Energiekrise in Kuba hat inzwischen spürbare Folgen. Wegen akuten Treibstoffmangels mussten russische Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Havanna aussetzen und mehrere tausend Touristen repatriieren. Der Engpass zwingt die kubanische Regierung zu drastischen Maßnahmen: Krankenhäuser arbeiten im Minimalbetrieb, in staatlichen Einrichtungen wird verstärkt auf Telearbeit umgestellt, an Tankstellen gilt eine strenge Rationierung. Auch große ausländische Unternehmen auf der Insel sind von den Einschränkungen betroffen.
Quelle: EFE (https://t1p.de/o3g2k)
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