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02.05.2026 07:00 Uhr
Iberostar hat sich von zwölf Hotels in Kuba getrennt, die dem Militärkonzern GAESA gehören, bleibt aber auf der Insel in anderen Hotels aktiv.
Abbildung: Das Iberostar Selection La Habana, auch als Torre K bekannt, gehört zu den Hotels, aus denen sich Iberostar zurückzieht (Bildquelle: Germanramos2, Torre K 20250829 03, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0)
Die spanische Iberostar-Gruppe hat sich mit sofortiger Wirkung von der Verwaltung von zwölf Hotels getrennt, deren Eigentümer der Staatskonzern Grupo de Administración Empresarial S.A. (GAESA) ist – ein Unternehmen, das direkt dem kubanischen Militärapparat zugeordnet wird. Die Entscheidung fiel am 1. Juni, nur wenige Tage vor dem von der US-Regierung gesetzten Ultimatum, das Geschäfte mit GAESA und deren Tochterfirmen unter Strafe stellt. Damit folgt Iberostar dem Beispiel der kanadischen Hotelkette Blue Diamond Resorts, die am vergangenen Samstag ihre Aktivitäten auf der Insel komplett eingestellt hatte. Iberostar bleibt jedoch in Kuba präsent: Das Unternehmen führt sechs weitere Hotels weiter, die zu den staatlichen Tourismusgruppen Cubanacán und Gran Caribe gehören – beide sind zwar ebenfalls von US-Sanktionen betroffen, aber nicht direkt mit GAESA verbunden.
Die Entwicklungen stehen im direkten Zusammenhang mit der Executive Order 14404, die US-Präsident Donald Trump am 1. Mai 2026 unterzeichnet hatte. Das Dekret sieht Sanktionen gegen Personen und Organisationen vor, die für Unterdrückung in Kuba oder Bedrohungen der nationalen Sicherheit der USA verantwortlich gemacht werden. Bereits eine Woche später konkretisierte das US-Finanzministerium die Maßnahmen: GAESA, ihre Präsidentin Ania Guillermina Lastres und das Bergbauunternehmen Moa Nickel S.A. wurden auf eine Sanktionsliste gesetzt. Die Kontrollbehörde des US-Finanzministeriums Office of Foreign Assets Control (OFAC) setzte den 5. Juni als Frist für die Beendigung aller Geschäfte mit diesen Firmen – andernfalls drohen auch Dritten empfindliche Strafen. Iberostar reagierte mit einer formalen Trennung: „Als Teil eines Anpassungsprozesses an das internationale Regulierungsumfeld“ werde man ab dem 1. Juni 2026 eine Gruppe von Hotels in Kuba weder betreiben noch vermarkten, ließ das Unternehmen über den argentinischen Reiseveranstalter Sudamerica mitteilen. Die betroffenen Häuser – zu ihnen zählen das Grand Packard an der Avenida del Prado, das wegen der Wirtschaftskrise geschlossene Iberostar Selection Habana, im Volksmund Torre K genannt, das Iberostar Selection Ensenachos in Cayo Santa María sowie das Iberostar Selection Esmeralda und das Bella Vista Varadero – werden nun direkt von Gaviota, einer Tochter von GAESA, geführt. Reisende, die über Buchungsplattformen nach Iberostar-Hotels in Havanna suchten, erhielten laut Berichten von 14ymedio nur noch das Parque Central als Option – dieses gehört Cubanacán, einem Hotelkonzern, der trotz Sanktionen nicht mit Gaesa identisch ist. Der Schritt zeigt, wie westliche Konzerne in einem zunehmend risikoreichen Umfeld in Kuba lavieren. Die spanische Kette Meliá, die zwischen 32 und 35 Hotels auf der Insel betreibt, steht derzeit unter erheblichem Druck, ebenfalls ihre Position zu klären. Die US-Sanktionen zielen nicht nur auf Gaesa, sondern könnten nach den Kriterien der Executive Order 14400 auch auf Cubanacán, Gran Caribe und Islazul ausgeweitet werden – sofern die US-Behörden eine direkte Verbindung zur kubanischen Regierung feststellen. Iberostar hält vorerst an diesen Partnern fest: Die Reservierungsseite des Unternehmens listet bisher weiterhin das Hotel Inglaterra, das Selection Parque Central in Havanna, das Daiquiri in Cayo Guillermo sowie das Taínos in Varadero – alles Einrichtungen, die von Cubanacán oder Gran Caribe betrieben werden. Während die Zeit bis zum Stichtag am 5. Juni knapp wird, beobachten Branchenkenner mit Spannung, ob weitere Akteure – etwa Meliá oder kleinere Anbieter – nachziehen. Iberostars Entscheidung ist ein klares Signal: Die Einhaltung internationaler Sanktionsregime zwingt selbst etablierte Marken zu einer schnellen und konsequenten Trennung von kontroversen Partnern. Die eigentliche Frage ist, ob die verbleibenden Hotels unter Cubanacán und Gran Caribe langfristig halten können, falls die USA ihre Sanktionen verschärfen und jegliche Geschäfte mit staatlichen Tourismusunternehmen in Kuba unter Strafe stellen. Vorläufig gilt: Iberostar bleibt der Insel treu, aber nur dort, wo die militärische Verbindung fehlt – ein Balanceakt, der die Zukunft der internationalen Hotellerie auf Kuba prägen wird. Autor: Leon Latozke
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