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12.07.2026 08:00 Uhr
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Nach dem vierten landesweiten Blackout des Jahres kommt Kuba nur schleppend wieder ans Netz. In Havanna hat nicht einmal jeder achte Haushalt wieder Strom. Präsident Díaz-Canel macht die "mörderische Ölblockade" Washingtons verantwortlich.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Kuba kämpfte am Samstag (11.) darum, die Stromversorgung nach dem jüngsten landesweiten Blackout wiederherzustellen – dem vierten des Jahres 2026 und dem zweiten binnen weniger Tage. Doch die Wiederherstellung gestaltet sich langsam und kompliziert.
In der Hauptstadt Havanna mit ihren rund 1,7 Millionen Einwohnern meldete das staatliche Energieunternehmen Unión Eléctrica (UNE), dass bislang nur 12,9 Prozent der Kunden wieder Strom hätten. Priorität hätten dabei die Stromkreise, an denen Krankenhäuser, Wasserversorgungsanlagen und andere lebenswichtige Einrichtungen hängen. „Die Wiederherstellung erfolgt schrittweise, je nachdem, was die Bedingungen zulassen“, erklärte das Unternehmen. UNE-Funktionär Félix Estrada sagte dem kubanischen Fernsehen, ein in den frühen Morgenstunden registrierter „teilweiser Systemausfall“ habe das Unternehmen gezwungen, die Wiederherstellungsarbeiten erneut zu beginnen. Zweiter Total-Blackout binnen einer Woche Die „vollständige Abschaltung“ des Systems am Freitag – ausgelöst durch einen Defekt an der 220-Kilovolt-Leitung zwischen Santa Clara und Sancti Spíritus – legte die Stromversorgung für alle 9,6 Millionen Bewohner der Insel lahm. Das geschah nur zwei Tage, nachdem UNE das System nach einem weiteren landesweiten Ausfall am Montag wiederhergestellt hatte. Zum Zeitpunkt des erneuten Kollapses waren 11 der 16 thermoelektrischen Erzeugungseinheiten wegen Störungen oder Wartungsarbeiten außer Betrieb. „Der erneute Ausfall des Nationalen Elektrosystems (SEN) nach nur wenigen Tagen erschwert die Erholung zusätzlich“, schrieb Präsident Miguel Díaz-Canel am Samstag bei X. Der Prozess werde „unter der mörderischen Öl-Blockade“ Washingtons gegen die Insel „sehr komplex“. Die UNE-Behörden betonen, der Treibstoffmangel mache das System nicht nur anfälliger, sondern verlangsame auch die Reparaturarbeiten erheblich, da er den Einsatz von Notstromgeneratoren unmöglich mache, die in der Regel importierten Diesel verbrauchen. Seit Januar hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump lediglich die Ankunft eines russischen Öltankers mit 100.000 Tonnen Rohöl auf der Insel zugelassen. Kuba steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Die alltäglichen Stromausfälle dauern in Havanna inzwischen mehr als 30 Stunden am Stück und ziehen sich in einigen Provinzen über mehrere Tage hin – was wiederkehrende Proteste mit Topfschlagen ("cacerolazos") auf der Insel auslöst. Autor: Leon Latozke
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