Neues aus Kuba
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18.03.2026 08:00 Uhr
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Kuba hat nach dem sechsten landesweiten Blackout in 18 Monaten sein Stromnetz wieder hergestellt – doch Entwarnung gibt es nicht: Die Energieversorgung labil, weite Teile der Bevölkerung leiden weiterhin unter Stromausfällen.
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Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Cuba sufre su séptimo apagón general en cuatro años en medio de protestas | Noticias Telemundo. Rechte beim Uploadenden.
Fast 30 Stunden nach einem landesweiten Stromausfall hat Kuba sein Elektrizitätsnetz am Dienstagabend wieder vollständig verbunden. Wie das staatliche Energieunternehmen Unión Eléctrica (UNE) mitteilte, gelang es, alle 15 Provinzen erneut an das nationale Stromsystem anzuschließen. Damit wurde ein kritischer Meilenstein erreicht – allerdings nur unter Vorbehalt: Die Versorgung bleibt instabil, vielerorts dauern Stromabschaltungen an.
Der jüngste landresweite Blackout, bereits der sechste innerhalb von nur 18 Monaten, traf das Land am Montagmittag. Die Ursachen sind weiterhin unklar. Doch die Umstände der Wiederherstellung offenbaren die strukturellen Schwächen der kubanischen Energieinfrastruktur. Nach Angaben von Fachleuten gestaltete sich die Reaktivierung des Systems diesmal besonders schwierig, da wichtige Hilfssysteme – etwa schnell startbare Generatoren – aufgrund akuten Treibstoffmangels nur eingeschränkt eingesetzt werden konnten. Diese Engpässe sind nicht isoliert zu betrachten. Seit Anfang des Jahres verschärfen US-Maßnahmen zur Einschränkung von Ölimporten die ohnehin prekäre Versorgungslage. Die Folge: Teile der Stromerzeugung, die auf Diesel oder Schweröl angewiesen sind, stehen still. Der Energiemix des Landes ist stark von veralteten thermischen Kraftwerken geprägt, die etwa 40 Prozent der Stromproduktion ausmachen – viele davon sind seit Jahrzehnten in Betrieb und entsprechend störanfällig. Zwar wurde die Netzverbindung technisch wiederhergestellt, doch die verfügbare Erzeugungskapazität reicht bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Selbst in der Hauptstadt Havanna, wo die Wiederherstellungsarbeiten prioritär vorangetrieben werden, haben nur gut die Hälfte der Haushalte wieder Strom. In anderen Regionen dauern die Ausfälle teils über Tage an. Die wiederkehrenden Zusammenbrüche des Systems sind Ausdruck einer doppelten Krise: Einerseits ist die Infrastruktur chronisch unterfinanziert und technologisch überholt. Andererseits verschärfen externe Faktoren wie die eingeschränkte Treibstoffzufuhr die Lage zusätzlich. Diese Kombination führt zu einem permanenten Ausnahmezustand im Energiesektor, der sich zunehmend auf alle Lebensbereiche auswirkt. Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend. Bereits seit 2020 ist die kubanische Wirtschaft um rund 15 Prozent geschrumpft. Die anhaltenden Stromausfälle lähmen Produktion, Handel und Dienstleistungen. Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche Druck. In den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Protesten, vor allem in Havanna. Eine Demonstration in der zentral gelegenen Stadt Morón endete Berichten zufolge mit gewaltsamen Zwischenfällen und mehreren Festnahmen. Die Regierung macht vor allem die US-Sanktionen für die Misere verantwortlich und spricht von einer gezielten „Energie-Erstickung“. Unabhängige Experten hingegen verweisen zusätzlich auf hausgemachte Probleme: fehlende Investitionen, ineffiziente Strukturen und eine zu starke Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Eine grundlegende Sanierung des Systems würde Schätzungen zufolge Investitionen in Milliardenhöhe erfordern – Summen, die das Land derzeit nicht aufbringen kann.
Quelle: EFE
Autor: Leon Latozke
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