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05.06.2026 08:00 Uhr
Neue US-Sanktionen treffen Kubas Präsidenten Díaz-Canel, seine Familie und Schlüsselfiguren des Sicherheitsapparats. Betroffen sind auch fünf Einrichtungen, darunter das Verteidigungsministerium.
Die US-Regierung hat am Donnerstag (4e.) neue Sanktionen gegen Kubas Präsidenten Miguel Díaz-Canel, dessen Ehefrau Lis Cuesta, seinen sowie gegen Alejandro Castro Espín, den Sohn des früheren Staatschefs Raúl Castro, und dessen Sohn verhängt. Die Maßnahmen, die vom US-Finanzministerium über das Office of Foreign Assets Control (OFAC) umgesetzt wurden, weiten den wirtschaftlichen Druck auf das Machtzentrum in Havanna deutlich aus. Gleichzeitig wurden fünf kubanische Institutionen mit Sanktionen belegt. Die OFAC aktualisierte ihre Liste der „Specially Designated Nationals“ (SDN), was das Einfrieren sämtlicher Vermögenswerte der Betroffenen unter US-Jurisdiktion zur Folge hat und US-Bürgern sowie Unternehmen jegliche Geschäfte mit ihnen untersagt. Ergänzend veröffentlichte die Behörde eine neue FAQ-Liste zu Kuba, die die rechtlichen Implikationen dieser Schritte konkretisiert.
Zu den sanktionierten Personen zählen neben Díaz-Canel, geboren am 20. April 1960 in Santa Clara, seine Ehefrau Lis Cuesta Peraza aus Holguín, sein Stiefsohn Manuel Anido Cuesta, der laut offiziellen Dokumenten in Madrid lebt, sowie Alejandro Castro Espín, genannt „El Tuerto“, eine Schlüsselfigur im kubanischen Sicherheitsapparat, und dessen Sohn Raúl Alejandro Castro Calis. Die OFAC stützt sich dabei auf die Executive Order 14404, die US-Präsident Donald Trump am 1. Mai 2026 erließ und die Sanktionen gegen Verantwortliche für Repressionen in Kuba sowie gegen Bedrohungen der nationalen Sicherheit und Außenpolitik der USA vorsieht. Auffällig ist das Fehlen von Raúl Guillermo Rodríguez Castro, einem weiteren Enkel Raúl Castros und Oberst im Innenministerium, der in den vergangenen Monaten eine Rolle in den diskreten Kontakten zwischen Havanna und Washington spielte. Die betroffenen Institutionen umfassen das Ministerium der Revolutionären Streitkräfte (MINFAR), die Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR), das Kubanische Institut für Völkerfreundschaft (ICAP), die Bergbaufirma Minera La Victoria S.A. sowie die Reiseagentur Amistur Cuba S.A., die eng mit dem ICAP verbunden ist. Die neuesten Ergänzungen der SDN_Blacklist sind Teil einer eskalierenden Sanktionskampagne, die bereits am 7. Mai mit Maßnahmen gegen den Militärkonzern GAESA begann und mehrere ausländische Unternehmen zum Rückzug aus Geschäften mit dem Holding gezwungen hat. Am 18. Mai folgten Sanktionen gegen neun hochrangige Funktionäre, darunter Parlamentspräsident Esteban Lazo, mehrere Minister und Militärkommandeure, sowie gegen die kubanische Geheimdienstdirektion. Ergänzt wird der Druck durch die Einstellung der Kreditkarten-Dienste von Visa und Mastercard ab dem 6. Juni, die Blockade von Energieimporten und die Drohung mit sekundären Sanktionen gegen ausländische Finanzinstitute, die mit designierten kubanischen Entitäten zusammenarbeiten. Die praktischen Auswirkungen der Vermögenssperren sind begrenzt, solange keine nachweisbaren Vermögenswerte der Sanktionierten in den USA existieren. Díaz-Canel selbst hat auf frühere Sanktionswellen mit der Behauptung reagiert, kein Mitglied der kubanischen Führung besitze Vermögen unter US-Jurisdiktion, und Washington wisse dies, da es keine Beweise vorlegen könne. Doch die SDN-Designationen entfalten eine weitreichende abschreckende Wirkung, die weit über das rein Finanzielle hinausgeht. Drittstaaten und Unternehmen, die mit den sanktionierten Personen oder Institutionen Geschäfte tätigen, laufen Gefahr, selbst ins Visier der US-Behörden zu geraten. Dies hat bereits zu einer spürbaren Verunsicherung im internationalen Geschäftsumfeld geführt und die ohnehin schwere Wirtschaftskrise Kubas weiter verschärft. Die Maßnahmen zeigen, dass Washington entschlossen ist, den Druck auf das kubanische Regime systematisch zu erhöhen, indem es nicht nur die Führungselite persönlich trifft, sondern auch die institutionellen Säulen des Staates angreift.
Quelle: EFE (https://t1p.de/t140x)
Autor: Leon Latozke
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