Neues aus Kuba
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14.05.2026 20:00 Uhr
Neuer Negativrekord in der kubanischen Energiekrise: Am Donnerstag sind im Spitzenlastzeitpunkt vorraussichtlich 70 Prozent der Insel ohne Strom. Zahlreiche Kraftwerke sind wegen Havarien oder fehlender Brennstoffe außer Betrieb.
Kuba verzeichnet neuen Rekord bei Stromausfällen: Am Donnerstag (14.) soll zeitweise fast drei Viertel der Insel ohne Elektrizität sein. Das staatliche Unternehmen Unión Eléctrica (UNE) erwartet für die abendliche Spitzenlastzeit einen Rekordausfall. Laut einer Auswertung der Nachrichtenagentur EFE auf Basis von UNE-Daten werden dann schätzungsweise 70 Prozent des Landes vom Netz getrennt sein. Der prognostizierte Fehlbedarf zwischen der verfügbaren Erzeugung und dem maximalen Bedarf liegt bei über 2.100 Megawatt. Die tatsächliche Abschaltung zur Stabilisierung des Systems soll sogar noch etwas höher ausfallen.
Bereits einen Tag zuvor hatte es einen schweren Zwischenfall gegeben. Das Ministerium für Energie und Bergbau meldete eine Teilabschaltung des nationalen Stromverbundes. Diese betraf die östlichen Provinzen von Ciego de Ávila bis Guantánamo. Durch den unkontrollierten Ausfall wurden mehrere Kraftwerksblöcke vom Netz gerissen, darunter zwei thermische Einheiten in Nuevitas und Renté sowie das ölbetriebene Kraftwerk in Moa. Diese Pannen verschärfen die ohnehin prekäre Lage. Von den 16 großen thermoelektrischen Blöcken des Landes, die normalerweise rund 40 Prozent der Stromerzeugung stellen, sind derzeit neun wegen Schäden oder Wartungsarbeiten außer Betrieb. Die Probleme auf der Angebotsseite sind nur ein Teil der Misere. Ursprünglich deckten Diesel- und Schwerölmotore weitere 40 Prozent des Bedarfs. Diese Anlagen stehen jedoch seit Januar still. Die kubanische Regierung macht dafür die verschärften US-Sanktionen verantwortlich, die sie als gezielte Energiekrise bezeichnet. Der verbleibende Anteil von rund 20 Prozent der Stromerzeugung stammt aus Gas- und erneuerbaren Quellen, reicht aber bei weitem nicht aus. So prognostiziert die UNE für die Stoßzeit eine Gesamtleistung von weniger als 1.000 Megawatt, während die Nachfrage bei über 3.000 Megawatt liegt. Die Regierung selbst bezeichnet die Situation als kritisch. Das Land verfüge über keinerlei Reserven mehr an Diesel und Schweröl, erklärte Energieminister Vicente de la O Levy am Mittwoch im Fernsehen. Selbst in der Hauptstadt Havanna kommt es bereits zu Stromausfällen von mehr als 22 Stunden am Stück. In den Provinzen erstrecken sich die Abschaltungen teilweise über zwei volle Tage. Die anhaltende Dauerkrise heizt die soziale Unzufriedenheit an. In Havanna kam es in mehreren Stadtteilen zu kleineren Protestaktionen. Seit Mitte 2024 leidet Kuba unter einer schweren Energiekrise, die sich nach der Verschärfung der US-Embargopolitik im Januar weiter zugespitzt hat. Die Vereinten Nationen bewerten die Maßnahmen als völkerrechtswidrig. Der faktische Stopp der Treibstoffimporte hat weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt.
Quelle: Efe (https://is.gd/uNRcLI)
Autor: Leon Latozke
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