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Die Spannungen zwischen Kuba und den USA nehmen erneut zu. Außenminister Bruno Rodríguez greift seinen US-Amtskollegen Marco Rubio scharf an und wirft Washington vor, seit Jahrzehnten gezielt auf die wirtschaftliche Zerstörung der Insel hinzuarbeiten. Auslöser sind Rubios Forderungen nach einem politischen Umbruch in Havanna und seine massiven Vorwürfe gegen die kubanische Führung.
20.12.2025 09:00 Uhr
Abbildung: Ministerie van Buitenlandse Zaken, Kubas Aussenminister Bruno Rodriguez (2015), Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 2.0
Der Ton zwischen Havanna und Washington hat sich weiter verschärft. Anlass sind jüngste gegenseitige Vorwürfe zwischen dem kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez und dem neuen US-Außenminister Marco Rubio. Rodríguez bezeichnete Rubio öffentlich als „desaströs“ und warf der US-Regierung vor, seit Jahrzehnten systematisch zu versuchen, Kuba wirtschaftlich zu zerstören und ins Chaos zu stürzen.
In einer Erklärung in sozialen Netzwerken kritisierte Rodríguez, Rubio könne nicht plausibel darlegen, warum eine globale Supermacht über viele Jahre hinweg enorme politische, wirtschaftliche und technologische Ressourcen mobilisiert habe, um ein vergleichsweise kleines Entwicklungsland ohne nennenswerte natürliche Reichtümer zu schwächen – ohne dieses Ziel je zu erreichen. Die kubanische Führung interpretiert dies als Beleg für die Widerstandsfähigkeit des eigenen politischen Systems und für den gescheiterten Charakter der US-Sanktionspolitik. Hintergrund der scharfen Reaktion aus Havanna sind Aussagen Rubios, der erklärt hatte, jede US-Regierung wünsche sich einen „radikalen Wandel“ in Kuba. Der republikanische Politiker bezeichnete die kubanische Führung erneut als „terroristisch“ und „inkompetent“ und machte sie für den wirtschaftlichen Niedergang der Insel verantwortlich. Kuba sei nicht allein aus ideologischen Gründen gescheitert, so Rubio, sondern vor allem wegen struktureller Unfähigkeit der Machthaber. „Es ist eine Katastrophe. Nicht nur, weil sie Marxisten und Terroristen sind. Sie sind inkompetent. Es sind inkompetente Menschen, die dieses Land zerstört haben“, erklärte er. Ohne seinen Namen zu nennen, versicherte der kubanische Außenminister, dass Rubio „das rebellische und unbesiegte Beispiel Kubas und seine unbestreitbare Fähigkeit, echte Unabhängigkeit zu erreichen und soziale Gerechtigkeit im weitesten Sinne zu fördern, fürchtet“. „Die Aggression der USA gegen Kuba hat seit mehr als sechs Jahrzehnten das Ziel, die kubanische Wirtschaft zu schwächen, zu zerschlagen und zu zerstören, wofür sie ihre enorme wirtschaftliche und technologische Macht und ihre Zwangsgewalt in fast allen Teilen der Welt mobilisiert hat“, betonte er. Zuvor hatte Rodríguez Rubio vorgeworfen, er „lüge“, wenn er behaupte, dass die Regierung der Insel in Fragen wie der Bekämpfung des Drogenhandels und des Terrorismus nicht mit Washington zusammenarbeite. Diese Aussage sei schlicht falsch, erklärte der Minister. US-Behörden hätten über Jahre hinweg von der bilateralen Zusammenarbeit profitiert, die Kuba konsequent und effektiv umgesetzt habe. Rubio verschweige bewusst die Ergebnisse dieser Kooperation, um ein politisches Feindbild aufrechtzuerhalten. Die Eskalation fällt in eine Phase erhöhter Spannungen in Lateinamerika. Mit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus verfolgt Washington wieder eine deutlich interventionistischere Linie, die sich auch gegen enge Verbündete Havannas wie Venezuela richtet. In Kuba wird diese Politik als Neuauflage der Monroe-Doktrin verstanden – und als weiteres Signal dafür, dass eine grundlegende Entspannung zwischen beiden Ländern vorerst nicht in Sicht ist.
Quelle: Bruno Rodriguez/Facebook (https://t1p.de/3224o)
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Text: Leon Latozke
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