Neues aus Kuba
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Die Zukunft von Kubas medizinischen Missionen ist ungewiss. Unter dem Druck Washingtons reagieren Partnerländer unterschiedlich – und die Entwicklungen könnten sowohl Kuba als auch die Gesundheitsversorgung in der Region erheblich beeinflussen.
17.02.2026 09:30 Uhr
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Die USA intensivieren ihren Druck auf Kuba nicht nur im Energiebereich, sondern zunehmend auch auf das medizinische Kooperationsprogramm der Insel. In den vergangenen zwölf Monaten haben zahlreiche karibische und mittelamerikanische Staaten ihre Verträge zur Anstellung kubanischer Ärzte reduziert oder beendet. Hintergrund ist die wiederholte Warnung Washingtons, diese Missionen seien Formen von „Zwangsarbeit“.
Seit über sechs Jahrzehnten entsendet Kuba medizinische Fachkräfte weltweit. Offiziellen Angaben zufolge wurden bislang rund 600.000 kubanische Professionals in 165 Länder vermittelt. Die Missionen dienen den Empfängerländern als schnelle Möglichkeit, qualifiziertes Personal für ihre Gesundheitssysteme zu gewinnen. Für die Ärzte selbst sind die Gehälter in US-Dollar attraktiv, während Kuba über die Deviseneinnahmen das eigene Gesundheitssystem unterstützt. Kritiker – darunter die NGO Prisoners Defenders – weisen jedoch auf problematische Praktiken hin: In der Regel behält Kuba etwa 85 % der Zahlungen ein, verweigert Ärzten im Ausland die Pässe und sanktioniert frühzeitige Abbrüche. US-Politiker, allen voran Außenminister Marco Rubio, sehen darin „arbeitsrechtlich missbräuchliche und druckausübende Strukturen und kündigten Sanktionen an, darunter die Aufhebung von Visa für Verantwortliche kubanischer Personalvermittlungen. Der US-Bericht zur Menschenhandelssituation 2024 schätzt Kubas Einnahmen aus dem Export von Fachpersonal auf sechs bis acht Milliarden US-Dollar, was laut der kubanischen Statistikbehörde ONEI zwischen 2018 und 2020 über 40 % der Exporterlöse des Landes ausmachte. Die politische und wirtschaftliche Konsequenz ist erheblich. Länder wie Bahamas, Antigua und Barbuda, Granada, Guyana oder Trinidad und Tobago standen anfänglich hinter den Programmen, mussten aber unter US-Druck ihre Vereinbarungen anpassen oder aufgeben. So setzte Bahamas die kubanische Beschäftigung aus, während Granada und Antigua alternative Rekrutierungsstrategien verfolgten. Guyana beendete die Zusammenarbeit stillschweigend, Trinidad und Tobago priorisiert die Anstellung lokaler Fachkräfte. Venezuela, früher ein zentraler Partner, steht ebenfalls vor einem ungewissen Fortbestand der Missionen nach der militärischen Intervention gegen Präsident Nicolás Maduro. Im Juni 2025 arbeiteten noch etwa 13.000 kubanische Fachkräfte im Land, überwiegend Mediziner, deren Bezahlung bislang über Öl abgewickelt wurde. Auch in Mittelamerika zeigen sich Veränderungen: Guatemala kündigte im Februar 2026 an, den Vertrag mit kubanischen Ärzten schrittweise zu beenden; aktuell sind noch 412 Fachkräfte im Land tätig. Honduras hält seine Zusammenarbeit zunächst aufrecht, wobei das Abkommen dieses Jahr ausläuft. Nicaragua behält kubanisches Personal, hat aber kürzlich Einreisebestimmungen verschärft. Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichen, wie stark geopolitische Einflussnahmen die medizinische Hilfe Kubas in der Region bedrohen. Die jahrzehntelang etablierten Missionen stehen nun vor einer kritischen Phase, die nicht nur die bilateralen Beziehungen, sondern auch die Gesundheitsversorgung in mehreren Staaten unmittelbar betrifft.
Quelle: EFE (https://t1p.de/wmms1)
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