Neues aus Kuba
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Angesichts wachsender Treibstoffengpässe kündigt eine internationale Koalition eine Hilfsmission nach Kuba an. Die Flottille „Nuestra América“ soll im März starten. Parallel bemühen sich mehrere Staaten um zusätzliche Unterstützung für die Insel.
13.02.2026 07:25 Uhr
Abbildung: Symbolbild Hafen von Havanna (Quelle: kuhnmi, Havana Port Sunrise (28542516448), CC BY 2.0)
Eine internationale Koalition aus sozialen Bewegungen, humanitären Organisationen und Gewerkschaften plant für März eine Hilfsmission nach Kuba. Unter dem Namen „Nuestra América“ soll eine Flottille mit Freiwilligen von einem noch nicht benannten Hafen in der Karibik aus in See stechen und Lebensmittel, Medikamente sowie weitere grundlegende Versorgungsgüter auf die Insel bringen.
Nach Angaben der Organisatoren reagiert die Initiative auf die sich zuspitzende wirtschaftliche Lage in Kuba. Diese sei insbesondere durch verschärfte US-Sanktionen gegen Staaten und Unternehmen verschärft worden, die Erdöl an die Insel liefern. In einer Erklärung heißt es, die Maßnahmen hätten Treibstoffimporte unterbrochen, Flugverbindungen beeinträchtigt und landesweit Notmaßnahmen zur Energieeinsparung erforderlich gemacht. Konkrete Angaben zur Zahl der Schiffe, zur Besatzung oder zum exakten Abfahrtshafen machten die Initiatoren bislang nicht. Die Mission verstehe sich als humanitäre Aktion zivilgesellschaftlicher Akteure. Politischer Hintergrund der Krise Die wirtschaftliche Situation Kubas ist nach Darstellung der Organisatoren eng mit jüngsten Entscheidungen der USA verknüpft. Washington hatte Öllieferungen aus Venezuela nach Kuba unterbunden, nachdem bei einer militärischen Operation am 3. Januar der venezolanische Präsident Nicolás Maduro festgenommen worden war. Wenige Wochen später erließ die US-Regierung eine Exekutivanordnung, die Zölle gegen Akteure vorsieht, die Kuba weiterhin mit Rohöl beliefern. Nach Einschätzung der Initiatoren der Flottille haben diese Schritte die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärft. Die Treibstoffknappheit wirke sich unmittelbar auf Transport, Energieversorgung und wirtschaftliche Aktivitäten aus. Zwei Tage vor Bekanntgabe der Mission hatte UN-Generalsekretär António Guterres seine Besorgnis über die zunehmenden Engpässe geäußert. Die Vereinten Nationen arbeiteten nach eigenen Angaben mit der kubanischen Regierung zusammen, um zusätzliche Unterstützung bereitzustellen. Anlehnung an frühere Missionen Die Flottille „Nuestra América“ bezieht sich namentlich auf einen 1891 veröffentlichten Essay des kubanischen Schriftstellers José Martí, der zur Einheit der lateinamerikanischen Länder aufrief und die Rolle der USA kritisch bewertete. Mit der Namenswahl setzen die Organisatoren ein politisches Signal. Zugleich orientiert sich die Initiative an der sogenannten „Sumud“-Flottille, die versucht hatte, Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen. Mehrere Beteiligte der Kuba-Mission waren zuvor an dieser Aktion beteiligt. Einer der Organisatoren, David Adler, erklärte in der Mitteilung, man wolle auf zivilem Weg auf eine Situation reagieren, die aus ihrer Sicht einer kollektiven Bestrafung der Bevölkerung gleichkomme. Weitere Hilfslieferungen angekündigt Parallel zur Ankündigung der Flottille trafen auf Kuba 814 Tonnen Lebensmittel und Hygieneartikel aus Mexiko ein. Auch Chile sagte Unterstützung zu. Russland kündigte an, in Kürze Erdöl und entsprechende Produkte in Richtung Kuba zu transportieren. Ob und unter welchen Bedingungen die Flottille „Nuestra América“ tatsächlich in Kuba anlegen kann, ist bislang offen. Fest steht jedoch, dass die Energie- und Versorgungskrise der Insel zunehmend internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht – sowohl auf diplomatischer Ebene als auch durch Initiativen zivilgesellschaftlicher Akteure.
Quelle: EFE (https://t1p.de/hkunc)
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