Neues aus Kuba
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Eine seltene Kältewelle trifft Kuba inmitten einer schweren Energiekrise. Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen sinken die Temperaturen auf null Grad, während stundenlange Stromausfälle den Alltag prägen. Die Kombination aus Kälte, Strommangel und wirtschaftlicher Not verschärft die ohnehin angespannte Lage der Bevölkerung.
05.02.2026 22:50 Uhr
Abbildung: Die Einwohner Havannas ziehen sich warm an, Quelle: YouTube/AFP (https://t1p.de/s78rw)
Kuba wird derzeit von einer ungewöhnlichen Kältewelle getroffen, die die ohnehin angespannte Lage auf der Insel zusätzlich verschärft. In den vergangenen Tagen sanken die Temperaturen in der Ortschaft Indio Hatuey in der westkubanischen Provinz Matanzas erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen auf null Grad. Das Wetterzentrum der Provinz meldete sogar mit Frost überzogene Felder – ein für das tropische Kuba äußerst seltenes Phänomen. Die ungewohnte Witterung trifft eine Bevölkerung, die zugleich unter massiven Stromausfällen leidet.
Seit fast einem Monat erhält Kuba keine Öllieferungen mehr. Die daraus resultierende Energieknappheit führt zu weitreichenden Abschaltungen, die Heizung, Beleuchtung und Kühlung gleichermaßen betreffen. Am Mittwochabend in den Provinzen Holguín, Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo der Strom vollständig aus. In diesen Gebieten lebt rund ein Drittel der kubanischen Bevölkerung. In Havanna seien Stromausfälle von 12 bis 15 Stunden pro Tag inzwischen üblich, erklärt der in den USA lebenden kubanischen Ökonomen Ricardo Torres . Besonders problematisch sei die Lage demnach seit dem 9. Januar, als die letzten Öllieferungen eingetroffen seien. Die Kälte verstärkt die sozialen und gesundheitlichen Risiken. Viele Haushalte sind auf elektrische Geräte angewiesen, um zumindest etwas Wärme zu erzeugen. Fallen diese aus, steigt die Belastung vor allem für ältere Menschen, Kinder und Kranke. Zugleich wirkt sich die Witterung auf die Landwirtschaft aus, da frostige Temperaturen Ernten schädigen können. Ursache der Energieknappheit ist der wachsende Druck der USA auf Kuba. Unter Präsident Donald Trump verfolgen die Vereinigten Staaten eine Politik, die sich offen an der Monroe-Doktrin orientiert. Auf Trumps Druck hin liefert Venezuelas Regierung kein Öl mehr nach Kuba. Auch Mexiko schränkte seine Lieferungen ein, nachdem Washington Strafzölle gegen Länder angedroht hatte, die Öl an die Insel liefern. Präsident Miguel Díaz-Canel kündigte einen Notfallplan an, um die Folgen der Krise abzufedern. Die US-Blockade beeinträchtige den öffentlichen Nahverkehr, Krankenhäuser, Schulen, die Wirtschaft und den Tourismus, sagte er in einer Fernsehansprache. Kuba werde Maßnahmen ergreifen, die zwar nicht dauerhaft seien, aber große Anstrengungen erforderten. Zugleich erklärte Díaz-Canel, sein Land sei zu Gesprächen mit den USA bereit, sofern diese ohne Druck und Vorbedingungen geführt würden. Ob es dazu kommt, ist unklar. Trump sprach zuletzt von laufenden Gesprächen, während Kubas stellvertretender Außenminister Carlos Fernández de Cossio lediglich einen begrenzten „Nachrichtenaustausch“ bestätigte. Für die Menschen auf der Insel bleibt derweil vor allem die unmittelbare Realität: Kälte, Dunkelheit – und eine Krise, die sich weiter zuspitzt.
Quelle: YouTube/AFP (https://t1p.de/s78rw)
Autor: Leon Latozke
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