Neues aus Kuba
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Kubas wirtschaftliche Lage verschlechtert sich rapide: Energie‑ und Treibstoffknappheit beeinträchtigt Produktion, Luftverkehr und Tourismus. Unternehmen sehen sich mit steigender Unsicherheit konfrontiert, viele müssen ihre Aktivitäten einschränken oder umstrukturieren.
14.02.2026 08:45 Uhr
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Die Lage in Kuba hat sich auch für Unternehmen erheblich verschärft. Besonders nach dem Stopp der venezolanischen Öllieferungen durch die USA stehen sowohl große ausländische Unternehmen – darunter Fluggesellschaften und Hotelketten – als auch kleine und mittlere Betriebe vor operativen und finanziellen Problemen. Viele mussten ihre Aktivitäten auf der Insel reduzieren oder umstrukturieren.
Die Lage verschärfte sich zusätzlich nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA Anfang Januar 2026. In deren Folge endeten die Ölexporte aus Venezuela, das bislang rund 30 % des kubanischen Bedarfs deckte. Mexiko und Russland stellten ebenfalls die Lieferung ein, während die US-Regierung mit Strafzöllen drohte, sollten Unternehmen weiterhin Rohöl liefern. Unternehmer in Kuba berichten von einer schwierigen Geschäftsumgebung: Zahlungsabwicklungen seien zunehmend kompliziert, die Versorgung mit Treibstoff unzuverlässig. In der vergangenen Woche kam es auf der Insel zu Stromausfällen, die rund 64 % der Bevölkerung betrafen, sowie zu Rationierungen bei Treibstoff und einem historischen Tiefstand des kubanischen Peso. Viele Unternehmen arbeiten unter ständiger Unsicherheit und passen ihre Pläne laufend an die instabile Situation an. Der Tourismussektor, der zentrale Bezugspunkt spanischer Investitionen, ist besonders betroffen. Während Kuba in Zeiten des diplomatischen „Tauwetters“ unter Barack Obama noch 4,7 Millionen internationale Besucher zählte, sank die Zahl 2025 auf lediglich 1,8 Millionen. Die durchschnittliche Hotelbelegung liegt bei nur 20 %, weit unterhalb der für wirtschaftlich tragbare Werte von 70 bis 75 %. Spanische Hotelketten wie Meliá und Iberostar betreiben auf Kuba etwa 30 000 Zimmer in rund zehn hochklassigen Hotels, doch mussten bereits mehrere Häuser schließen. Die Kette NH zog sich komplett aus Havanna zurück. Grund seien vor allem operative Entscheidungen, die an die niedrigen Belegungszahlen und die begrenzte Versorgung mit Energie und Treibstoff angepasst werden mussten. Auch die Fluggesellschaften spüren die Folgen der Energieknappheit. Aufgrund des Mangels an Treibstoff mussten internationale Airlines ihre Flugpläne ändern. Vier kanadische Airlines – Kanada ist Kubas wichtigster touristischer Herkunftsmarkt – sowie zwei russische Gesellschaften setzten ihre Flüge aus. Spanische Airlines wie Iberia, Air Europa oder World 2 Fly halten die Verbindungen aufrecht, müssen jedoch bei Rückflügen über Havanna in Santo Domingo tanken. Laut dem spanischen Wirtschaftsministerium stammen mehr als 50 % der ausländischen Investitionen in Kuba aus der EU, wobei Spanien führend in den Sektoren Tourismus, Lebensmittelindustrie, Leichtindustrie, Finanzdienstleistungen und Zement ist. Die prekäre Finanzlage erschwert es, Zahlungen zu sichern, was für viele Unternehmen ein zentrales Element ihrer Geschäftstätigkeit darstellt.
Quelle: EFE (https://t1p.de/e3fb6)
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