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03.20.2026 08:00 Uhr
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Versteckt in Ballasttanks und Containern: Die US-Küstenwache hat ein Frachtschiff abgefangen, das Treibstoff nach Kuba bringen sollte. Der Einsatz zeigt, dass Washington seine Ölblockade inzwischen auch auf hoher See durchsetzt.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Die US-Küstenwache (United States Coast Guard, USCG) hat am Freitag (2.) mitgeteilt, sie habe in der Karibik das Motorschiff „Grace“ gestoppt. Das Schiff sei mit Treibstoff auf dem Weg nach Kuba gewesen. Nach Angaben der Behörde ging ein taktisches Einsatzteam am 5. September zwischen Kuba und Mexiko an Bord. Beteiligt waren demnach die Kutter „Alert“ und „Charles Sexton“ sowie ein Seeüberwachungsflugzeug vom Typ HC-144.
Die Besatzung des Kutters eskortierte die „Grace“ anschließend in den Hafen von Progreso im mexikanischen Bundesstaat Yucatán. Dort habe ein Inspektionsteam der mexikanischen Marine „große Mengen“ Treibstoff in den Ballasttanks bestätigt, so die USCG. Diese Tanks werden normalerweise mit Seewasser gefüllt, um ein Schiff zu stabilisieren. Zudem habe das Schiff mehrere Container geladen, die mutmaßlich ebenfalls illegal gehandelten Kraftstoff enthielten. Wie viel Treibstoff sich an Bord befand, nannte die Küstenwache nicht. Offen bleiben auch die Flagge der „Grace“ und ihr Eigner. Das Schiff habe vermutlich „typische Taktiken der Schattenflotte“ angewandt, hieß es lediglich. Damit sind gewöhnlich abgeschaltete Transponder, verschleierte Eigentumsverhältnisse oder Umladungen auf See gemeint. Welche Methoden die „Grace“ konkret genutzt haben soll, führte die USCG nicht aus. USCG-Kommandant Admiral Kevin Lunday sagte: „Die Hohe See ist kein Zufluchtsort für Gesetzlosigkeit.“ Akteure der Schattenflotte, die Täuschungsmanöver einsetzten, würden der Justiz nicht entgehen. Vizeadmiral Nate Moore, stellvertretender Einsatzleiter der Küstenwache, erklärte, solche Lieferungen verstießen gegen internationales Recht. Die USCG verwies außerdem auf Umweltrisiken. Treibstoff in Ballasttanks erhöhe die Gefahr von Leckagen, die Küstengemeinden, Fischbestände und empfindliche Meeresökosysteme bedrohten. Zweiter bekannter Fall seit dem Sommer Die „Grace“ ist nicht das erste Schiff dieser Art. Bereits am 28. Juni hatte die Küstenwache die „Jaira Provider“ aufgebracht, die unter der Flagge von St. Kitts und Nevis fuhr. An Bord befanden sich nach US-Angaben mehr als 200.000 Gallonen Treibstoff, rund 757.000 Liter, ebenfalls in den Ballasttanks. Gemessen am Bedarf der Insel ist das eine geringe Menge. Der russische Tanker „Anatoly Kolodkin“, die einzige bekannte Großlieferung des Jahres, brachte Ende März rund 730.000 Barrel nach Kuba. Das entsprach nach damaligen Schätzungen dem Bedarf von etwa zwei Wochen. Die Fälle deuten darauf hin, dass sich die Versorgungswege verändert haben. Statt ganzer Tankerladungen werden offenbar kleinere, schwer nachverfolgbare Mengen auf Frachtschiffen transportiert. Dass Mexiko die Inspektion übernahm, ist bemerkenswert. Das Land gehörte bis Jahresbeginn neben Venezuela zu Kubas wichtigsten Öllieferanten. Hintergrund ist die faktische Ölblockade, die Washington seit Anfang 2026 gegen Kuba durchsetzt. Nach der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Kräfte im Januar endeten die Lieferungen aus Caracas. Präsident Donald Trump erklärte Kuba per Exekutivanordnung zur „ungewöhnlichen und außergewöhnlichen Bedrohung“ und rief einen nationalen Notstand aus. Zugleich drohte er Staaten mit Strafzöllen, die die Insel mit Öl beliefern. Mehrere Tanker drehten daraufhin vor kubanischen Gewässern ab. Die Trump-Regierung macht keinen Hehl daraus, dass sie einen Regierungswechsel in Havanna anstrebt. Treibstoff aus den USA, aber nur für Private Die Blockade ist allerdings nicht lückenlos. Kubanische Privatunternehmen dürfen Treibstoff aus den Vereinigten Staaten importieren. Nach Daten der US-Energiebehörde Energy Information Administration (EIA) stiegen die Exporte von Erdölprodukten nach Kuba im Juli auf 3,22 Millionen Barrel, nach 778.000 im Juni. Den größten Anteil hatten Destillate wie Diesel. Wie viel davon tatsächlich bei Verbrauchern ankam, lässt sich aus den Exportzahlen nicht ablesen. Die USA sind damit zu Kubas wichtigstem Treibstofflieferanten geworden. Parallel dazu verhängte das US-Finanzministerium im Juni Sanktionen gegen den staatlichen Ölkonzern Unión Cuba-Petróleo (CUPET). Kubas Minister für Außenhandel und Auslandsinvestitionen, Óscar Pérez-Oliva Fraga, schilderte die Lage kürzlich in einem Interview. Einige Firmen hätten mit Duldung Washingtons Treibstoff geliefert, jedoch nur in kleinen Mengen und zu hohen Preisen. Ganze Schiffsladungen kämen nicht mehr an. Ein Land von der Größe Kubas könne nicht mit Treibstoff aus Isocontainern funktionieren, so der Minister. Autor: Leon Latozke
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