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Eine Woche nach dem Durchzug des Hurrikans Melissa beginnt im Osten Kubas der mühsame Wiederaufbau. Besonders betroffen sind Telekommunikation, Stromversorgung und Wohnungswesen.
05.11.2025 06:35 Uhr
Abbildung: YouTube/TurquinoTeVe
Eine Woche nach dem verheerenden Durchzug des Hurrikans Melissa durch den Osten Kubas zeichnet sich das ganze Ausmaß der Zerstörung ab – und zugleich beginnen die ersten Schritte zum Wiederaufbau. Laut staatlichen Medienberichten arbeiten die Behörden und staatlichen Unternehmen an der Wiederherstellung der stark beschädigten Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation, Energieversorgung und Wasserdienstleistung. Der Wirbelsturm, der am vergangenen Mittwoch während sieben Stunden als Hurrikan der Kategorie 3 (von 5) über den Osten der Insel zog, hat vor allem in den Provinzen Santiago de Cuba, Granma, Holguín, Las Tunas und Guantánamo tiefe Spuren hinterlassen.
In Santiago de Cuba, wo der Hurrikan erstmals auf Land traf, wurden rund 43.400 Festnetzanschlüsse beschädigt. Erst etwas mehr als sechs Prozent dieser Anschlüsse konnten laut Ricardo Serrano, Direktor der staatlichen Telefongesellschaft ETECSA in der Provinz, bislang repariert werden. Besonders schwer betroffen seien Glasfasertrassen zwischen den bergigen Gemeinden Guamá, Segundo Frente und Tercer Frente. Auch in Granma wurden nach ersten Angaben 18 Glasfaserkabel zerstört. Etwa drei Viertel der beschädigten Festnetzverbindungen und rund die Hälfte der Mobilfunkstationen seien inzwischen wieder funktionsfähig. In den weiter nördlich gelegenen Provinzen Las Tunas und Holguín zeigt sich ein ungleiches Bild: Während in Las Tunas die Festnetztelefonie bereits zu 95 Prozent wiederhergestellt und 90 Prozent der Funkmasten betriebsbereit sind, hinkt Holguín mit 22 Prozent bei den Festnetzanschlüssen und 60 Prozent bei den Funkmasten deutlich hinterher. In Guantánamo, der östlichsten Provinz Kubas, liegen die Wiederherstellungsraten derzeit bei 28 beziehungsweise 53 Prozent. Auch das Stromnetz wurde in großem Umfang zerstört. Nach Angaben des Energieministers Vicente de la O Levy konnten in Las Tunas 94,5 Prozent der Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden. In Granma liegt der Anteil bei etwas über der Hälfte, in Guantánamo bei knapp 59 Prozent, in Holguín lediglich bei rund 40 Prozent. Für Santiago de Cuba lagen zum Zeitpunkt des Berichts noch keine belastbaren Zahlen vor. Trotz der weitreichenden Zerstörung werden Teile des öffentlichen Lebens schrittweise wieder aufgenommen. Seit Dienstag verkehren die Fernbusse des Unternehmens Ómnibus Nacionales wieder im gewohnten Takt – ein symbolisches Zeichen der Rückkehr zur Normalität inmitten der Krisenbewältigung. Das Wohnungswesen wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Laut einer ersten Regierungsbilanz wurden landesweit 45.282 Gebäude beschädigt, mehr als 10.000 davon allein in der Provinz Guantánamo. Noch immer befinden sich rund 120.000 Menschen in Notunterkünften oder bei Verwandten und Nachbarn, nachdem insgesamt mehr als 750.000 Personen vorübergehend evakuiert werden mussten. Besonders im Gebiet um den Fluss Cauto, den wasserreichsten Kubas, kam es zu schweren Überschwemmungen. Im Landkreis Cauto Cristo in der Provinz Granma mussten nach offiziellen Angaben 14.432 der 20.570 Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Melissa hat die Region mit anhaltenden Regenfällen, Sturmböen und Sturmfluten überzogen. Ganze Ortschaften wurden von der Außenwelt abgeschnitten, Flüsse traten über die Ufer, Hänge gerieten ins Rutschen. Noch liegt kein vollständiges Schadensbild vor, doch die staatlichen Stellen bemühen sich um eine rasche Schadensaufnahme und den Wiederaufbau. Während die Regierung die Arbeiten an den zerstörten Netzen und Einrichtungen koordiniert, steht Ostkuba vor einer gewaltigen Herausforderung: den Wiederaufbau inmitten wirtschaftlicher Knappheit, logistischer Engpässe und begrenzter internationaler Unterstützung zu bewältigen. Der Sturm hat einmal mehr gezeigt, wie verwundbar die Infrastruktur der Insel bleibt – und wie groß die Anstrengungen sein müssen, um den Alltag von Hunderttausenden Menschen wiederherzustellen.
Quellen: ETECSA (https://t1p.de/pls0f), YouTube/Turquino TeVe (https://t1p.de/p4h62), Telesur TV (https://t1p.de/x7pf9), Presidencia de Cuba (https://t1p.de/d2yoh), EFE (https://t1p.de/xjp1x)
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Text: Leon Latozke
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