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Ostkubas Provinzen nach Hurrikan Melissa: Strom und Wasser kehren zurück, Schulen öffnen wieder8/11/2025
Nach Hurrikan Melissa beginnen Kubas Ostprovinzen langsam, sich zu erholen. Besonders Granma, Santiago de Cuba, Holguín, Las Tunas und Guantánamo leiden unter zerstörten Häusern, Stromausfällen und blockierten Straßen. Schulen öffnen schrittweise, die Wasserversorgung ist vielerorts eingeschränkt. Tausende Menschen wurden evakuiert, Hilfsmaßnahmen laufen weiter.
08.11.2025 05:57 Uhr
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Neun Tage nach dem verheerenden Durchzug des Hurrikans Melissa zeigt sich in den fünf am stärksten betroffenen Provinzen Kubas eine vorsichtige Erholung der grundlegenden Infrastrukturen und Dienste. Trotz dieser Fortschritte warnen die Behörden vor dem Ausmaß der Schäden und betonen, dass eine vollständige Normalisierung noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird.
Melissa traf in der Nacht zum 29. Oktober auf das kubanische Festland, klassifiziert als Kategorie-3-Sturm auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h, starken Niederschlägen und einer erheblichen Sturmflut durchquerte der Wirbelsturm den äußersten Osten der Insel über etwa sieben Stunden. Besonders betroffen waren die Provinzen Granma, Santiago de Cuba, Holguín, Las Tunas und Guantánamo. Dort kam es zu weitreichenden Zerstörungen an Wohnhäusern, öffentlichen Einrichtungen und Verkehrsinfrastrukturen. Nach offiziellen Angaben sind insgesamt 76.789 Häuser beschädigt worden. Darunter sind 4.743 Gebäude vollständig zerstört, 10.311 erlitten teilweise Einstürze. Weitere 12.056 Häuser verloren ihre Dächer vollständig, während bei 47.753 Häusern nur Teilbereiche betroffen waren. Die Landwirtschaft verzeichnete ebenfalls schwere Verluste: Rund 78.700 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wurden beschädigt, darunter vor allem Bananenplantagen, aber auch Kaffeeplantagen, die für die Region von wirtschaftlicher Bedeutung sind. Die Auswirkungen auf die Versorgung mit Strom und Wasser waren massiv. In Granma konnte die Elektrizität bereits zu 70 % wiederhergestellt werden, in Las Tunas sogar zu 97,8 %, während Holguín 65 % seiner Kunden wieder ans Netz bringen konnte. Santiago de Cuba hingegen weist weiterhin die größten Herausforderungen auf. Hier liegen laut Minister für Energie und Bergbau, Vicente de la O Levy, zahlreiche Leitungen still, und lediglich 13 % der Haushalte hatten zuletzt wieder Strom. Auch die Wasserversorgung bleibt kritisch: In Santiago de Cuba konnte der Dienst über zwei Quellen nur für 55 % der Bevölkerung wieder aufgenommen werden, während andere Orte aufgrund fehlender Elektrizität auf Wassertransporte angewiesen sind. Der Transportsektor arbeitet an der Wiederherstellung von Straßen, Eisenbahnverbindungen, Brücken und Häfen. Melissa hatte zahlreiche Verkehrswege unpassierbar gemacht, Brücken zerstört und Teilabschnitte von Straßen und Gleisanlagen unterspült, sodass die Mobilität in der Region stark eingeschränkt war. Gleichzeitig hat das Bildungsministerium den schrittweisen Wiedereinstieg in den Schulbetrieb angekündigt. Von den 2.117 betroffenen Schulen sind mittlerweile rund 50 % bereit, den Unterricht wieder aufzunehmen. Nach aktuellen Zahlen wurden über 1,3 Millionen Menschen evakuiert oder unter Schutz gebracht. Etwa 69.870 Personen werden in staatlichen Einrichtungen betreut, während rund 933.000 Menschen bei Verwandten, Freunden oder Nachbarn untergebracht sind. Die kubanischen Behörden betonen, dass die Versorgung der Evakuierten und die Wiederherstellung der Grundversorgung weiterhin oberste Priorität haben. Die Regierung arbeitet weiterhin an der Wiederherstellung kritischer Infrastruktur, insbesondere im Energiesektor und in der Wasserversorgung, während Notfallteams die am stärksten betroffenen Gemeinden unterstützen. Analysten weisen darauf hin, dass die vollständige Erholung nach einem Hurrikan dieser Stärke Wochen bis Monate dauern kann, insbesondere angesichts der durch Melissa verursachten großflächigen Schäden an Wohnraum, landwirtschaftlicher Fläche und Verkehrsinfrastruktur. Melissa verdeutlicht erneut die Verwundbarkeit des kubanischen Ostens gegenüber tropischen Wirbelstürmen und unterstreicht die Notwendigkeit langfristiger Maßnahmen zur Resilienzsteigerung, sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum. Während die ersten Schritte der Wiederherstellung im Gange sind, bleibt die Region weiterhin in hohem Maße auf staatliche Unterstützung und koordinierte Hilfsmaßnahmen angewiesen.
Quelle: EFE (https://t1p.de/5ij86)
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Text: Leon Latozke
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