Neues aus Kuba
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Die kubanische Regierung verurteilt die erneute Beschlagnahmung eines venezolanischen Öltankers durch die USA in internationalen Gewässern der Karibik scharf. Außenminister Bruno Rodríguez spricht von einem Bruch des Völker- und Seerechts sowie von einer gezielten Provokation gegen Venezuela. Die Maßnahme ist Teil der verschärften US-Sanktionspolitik und könnte auch Folgen für Kubas ohnehin angespannte Energieversorgung haben.
21.12.2025 09:00 Uhr
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Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez hat die jüngste Beschlagnahmung eines Tankers mit venezolanischem Rohöl durch die Vereinigten Staaten scharf kritisiert. Nach Angaben der US-Regierung wurde das Schiff in internationalen Gewässern der Karibik abgefangen – bereits der zweite derartige Vorfall innerhalb von weniger als zwei Wochen. Washington bestätigte die Maßnahme am Samstag, Details zu Eigentumsverhältnissen und Ziel des Tankers blieben zunächst offen. Medienberichten zufolge fuhr das Schiff unter panamaischer Flagge.
Rodríguez sprach in einer öffentlichen Stellungnahme von einem „neuen Akt der Piraterie und des maritimen Terrorismus“ seitens der USA. Der Einsatz amerikanischer Streitkräfte in internationalen Gewässern verstoße gegen grundlegende Prinzipien des Völkerrechts, des Seerechts sowie gegen die Freiheit der Schifffahrt und des Handels. Die wiederholte Beschlagnahmung von Tankern zeige, so der kubanische Chefdiplomat, eine „völlige Missachtung internationaler Normen“. Besonders deutlich war Rodríguez’ Warnung vor den politischen Konsequenzen der Maßnahme. Die Aktion richte sich nicht nur gegen Venezuela, sondern stelle eine bewusste Provokation dar, die auf eine weitere Eskalation der Spannungen abziele. Ziel sei es, den wirtschaftlichen Druck auf Caracas zu erhöhen und sich venezolanischer Naturressourcen zu bemächtigen. Kuba rief in diesem Zusammenhang die internationale Gemeinschaft auf, die Vorgänge aufmerksam zu verfolgen. Die Stellungnahme des Außenministers erfolgte vor dem Hintergrund einer offiziellen Erklärung der Kommunistischen Partei Kubas, die ihre Unterstützung für die Regierung von Präsident Nicolás Maduro bekräftigt hatte. Havanna positioniert sich damit erneut klar an der Seite Venezuelas, das seit Jahren unter umfassenden US-Sanktionen leidet. Die Vereinigten Staaten haben den Druck auf Caracas zuletzt weiter verschärft. Präsident Donald Trump ordnete einen nahezu vollständigen Blockaderahmen für venezolanische Ölexporte an. Tanker, die nach US-Auffassung gegen bestehende Sanktionen verstoßen, sollen demnach an der Ein- oder Ausfahrt gehindert oder beschlagnahmt werden. Bereits in der Vorwoche war der Tanker „Skipper“ im Karibischen Meer abgefangen und dessen Ladung konfisziert worden. Für Kuba haben diese Entwicklungen auch eine indirekte Bedeutung. Die Insel ist traditionell auf venezolanische Öllieferungen angewiesen, die trotz wirtschaftlicher Krise und Sanktionen zumindest teilweise fortgesetzt wurden. Eine weitere Verschärfung der US-Maßnahmen könnte daher nicht nur Venezuela treffen, sondern auch die fragile Energieversorgung Kubas zusätzlich belasten.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/4cdth)
Autor: Leon Latozke
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