Neues aus Kuba
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Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: The Havana Jazz Festival 2026 Adventure. Rechte beim Uploadenden.
Wirtschaftliche Not, Treibstoffmangel und Stromausfälle prägen den Alltag in Kuba. Doch mitten in der Krise fand in Havanna das renommierte Jazz Plaza Festival statt. Der Podcast Radioreisen berichtet von einem Festival, das für kubanische Musiker zur emotionalen Rückkehr wird.
Die wirtschaftliche Lage auf Kuba ist seit Jahrzehnten angespannt, doch in den vergangenen Monaten hat sich die Situation dramatisch zugespitzt. US-Präsident Donald Trump setzt das Land massiv unter Druck, indem er dafür sorgt, dass kein Öl und Benzin mehr aus Venezuela nach Kuba gelangt. Die Folgen sind verheerend: Treibstoff für Autos, Busse und Generatoren fehlt, Stromausfälle sind an der Tagesordnung, die ärztliche Versorgung steht vor dem Kollaps, und selbst das Aufladen von Handys wird zum Problem. Dennoch fand in Havanna kürzlich das renommierte Jazz Plaza Festival statt – ein Zeichen von Widerstandskraft inmitten der Krise, wie die Redakteure Jay Rutledge und Rainer Schaller vor Ort erlebten.
Die beiden Musikjournalisten reisten mit viel technischem Gerät im Gepäck an, um das kubanische Ereignis zu unterstützen. „Wenn es dann so ein Festival hier im eigenen Land gibt und all die kubanischen Musiker kommen, die heute im Ausland leben, dann ist das wie ein Wiedersehen“, beschreibt der Bericht die emotionale Bedeutung des Festivals. Im Mittelpunkt steht Roberto Fonseca, einer der wichtigsten Musiker des Landes und künstlerischer Leiter des Jazz Plaza Festivals. In seinem Studio im Ausgehviertel Vedado probte er mit seiner Band für das Abschlusskonzert. „Wenn du diese Menschen siehst, die du so sehr vermisst hast, das ist wie ein Traum, der wahr wird, wie neugeboren“, zitiert der Podcast Fonseca. „Dann kommen alle Emotionen heraus. Heute hier bei der Probe haben Leute geweint, weil sie die Musik so berührt hat.“ Doch das Festival war von Anfang an von den alltäglichen Problemen der Insel geprägt. Als Festivals-Leiter landen bei Fonseca all die Schwierigkeiten, die in Kuba nicht funktionieren: Stromausfälle, kaputte Technik, fehlendes Benzin, ein Nahverkehr im Notbetrieb und das Ausbleiben vieler internationaler Gäste, vor allem aus den USA. „Wir sind hier im Studio ohne Strom. Wir proben mit einem Generator. In anderen Ländern würde man das Festival absagen, aber nicht wir“, erklärte Fonseca. „Gerade jetzt müssen wir spielen. In solchen Momenten fühlen wir uns sicher, frei, sind berührt. Wenn Menschen zu Konzerten kommen, müssen wir ihnen das Beste geben. Nicht um die Besten zu sein, sondern um unser Bestes zu geben.“ Die Bandmitglieder kämpften zusätzlich mit logistischen Hürden: „Wenn einer der Musiker kein Benzin hat oder kein Netz für sein Telefon, müssen alle warten“, schildert der Podcast. „Ohne Resilienz und Geduld geht es nicht in Kuba. Das merken auch wir sehr bald bei unserem Besuch beim diesjährigen Festival.“ Die Redakteure selbst erlebten dies, als ihr Interview mit Fonseca erst im dritten Anlauf klappte. Auch der Alltag in Havanna spiegelt die Krise wider. Wie die Radioreisen berichten, bestellten die Journalisten ein Taxi über die App „Lanave“, eine Art kubanisches Uber, das die Preise festlegt und so überhöhte Forderungen vermeidet. Dabei erlebten sie eine Reise durch die Automobilgeschichte: Mal kam ein russischer Moskwitsch, mal einer dieser sogenannten Frankenstein-Cadillacs – über 70 Jahre alt, zusammengebaut aus Ersatzteilen wie einem Lada-Motor. „Not macht erfinderisch“, heißt es im Podcast. Zunehmend seien auch chinesische Neuwagenmodelle unterwegs, die auf deutschen Straßen noch kaum zu sehen sind. Die Fahrt führte entlang der Uferpromenade Malecon, wo normalerweise verliebte Pärchen spazieren. „Man sieht aber wenig junge Leute in Havanna, kaum Ausgelassenheit. Die Menschen sind freundlich, aber gefasst“, beschreiben die Autoren. Besonders auffällig seien die Müllberge auf den Gehwegen, die vor allem ältere Menschen nach weggeworfenem Essen durchkämmten. „Also die Krise ist überall“, zitiert der Bericht einen lokalen Sprecher. „Im Gesundheitswesen, in Ausbildung, auch im Tourismus. Überall ist es ganz schlimm. Dezember, Januar, Februar waren Hochsaisonmonate. Und jetzt ist alles ganz leer.“
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