Neues aus Kuba
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28.05.2026 08:00 Uhr
Laut der Nachrichtenplattform Politico hat das Pentagon die letzten Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen Kuba abgeschlossen. Man warte nur noch auf Trumps Entscheidung.
Abbildung: Symbolbild FA18F Startvorbereitung auf US-Flugzeugtrager, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Nach monatelanger Truppen- und Waffenverlegung in der Karibik hat das US-Verteidigungsministerium einem Medienbericht zufolge alle Vorbereitungen für einen militärischen Angriff auf Kuba abgeschlossen. Einzige Hürde sei noch die endgültige Zustimmung von Präsident Donald Trump, wie die renommierte US-Nachrichtenplattform Politico am Mittwoch (27.) unter Berufung auf Kreise im Pentagon berichtete. Demnach hat Trump die Option einer Invasion ins Auge gefasst, nachdem wirtschaftlicher und politischer Druck in den vergangenen Monaten nicht ausgereicht hatten, um die Regierung von Miguel Díaz-Canel zu Fall zu bringen. Die gewaltige militärische Präsenz in der Region – die größte US-Flotte außerhalb des Nahen Ostens – würde ein sofortiges Eingreifen ermöglichen.
Die strategisch positionierten Einheiten bereiten demnach das Terrain für verschiedene Szenarien, die von einer gezielten Festnahme der kubanischen Führungsriege – ähnlich der spektakulären Ergreifung des venezolanischen Expräsidenten Nicolás Maduro – bis hin zu einer Serie von Präzisionsangriffen reichen. Sollte es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung kommen, wäre dies bereits der dritte internationale Konflikt, den die Trump-Administration in dieser Amtszeit führt. In einer Kabinettssitzung am Mittwoch bekräftigte Außenminister Marco Rubio die Dringlichkeit: „Ein gescheiteter 145 Kilometer vor unseren Küsten stellt eine unmittelbare Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dar.“ Zugleich ließ Rubio jedoch die Tür für Verhandlungen offen: „Wir werden mit ihnen sprechen, wir werden daran arbeiten. Wir wollen etwas Gutes für das kubanische Volk, und hoffentlich wird es ein gutes Ergebnis für sie geben. Es muss eines geben.“ Die Dimension der militärischen Aufstellung ist geringfügig kleiner als im Januar, als die USA Maduro festsetzten. Dennoch ist der Flugzeugträger USS Nimitz mit seiner Kampfgruppe in diesem Monat in die Karibik eingelaufen, begleitet von mehreren Zerstörern und Kreuzern mit Marschflugkörpern, die Präzisionsschläge gegen Landziele durchführen können. Zahlreiche Drohnen und hochmoderne Aufklärungsflugzeuge der US-Streitkräfte überfliegen Kuba bereits seit Monaten, wie Flugverfolgungsdaten belegen. Die amphibischen Angriffsschiffe USS Kearsarge mit ihren Begleitschiffen, die rund 2.500 Marinesoldaten transportieren, liegen vor der Küste Virginias und bereiten sich auf einen neuen Einsatz vor; sie könnten jene Einheiten ablösen, die in ihre Heimathäfen zurückkehren. Diese Verstärkung eröffnet vielfältige militärische Optionen, auch wenn das Pentagon für eine großangelegte Bodeninvasion zusätzliche Truppen benötigen würde. Der Flugzeugträger Nimitz traf am 20. Mai in der Region ein – dem Tag, an dem die USA Anklage gegen den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro erhoben. „Wahrscheinlich ist der Nimitz primär als Machtdemonstration gedacht, aber er könnte auch in einer Militäroperation eingesetzt werden, falls nötig“, wird Mark Cancian, ehemaliger Pentagonbeamter und jetzt Senior-Analyst am Center for Strategic and International Studies von Politico zzitiert. Der Fluzeugträger würde gemeinsam mit Kampfjets von Stützpunkten in Florida und Puerto Rico bei jedem militärischen Vorgehen gegen Kuba eine zentrale Rolle spielen, so der Experte. „Luftangriffe sind denkbar, um die Flugabwehr zu neutralisieren und umfassendere Luftoperationen zu ermöglichen – oder möglicherweise, um die Führungsspitze zu eliminieren, mit dem Ziel, eine ähnliche Beziehung wie zu Venezuela aufzubauen. Raúl Castro wäre das erste Ziel“, ergänzte der Analyst. Die Administration steht jedoch unter Zeitdruck. Viele der großen Kriegsschiffe, die im Sommer in die Region entsandt wurden, nähern sich zehn Monaten auf See – deutlich länger als die üblichen sechs oder sieben Monate. Dies bereitet Verteidigungsbeamten Sorgen, da die Besatzungen überlastet zu werden drohen; gleichzeitig belastet es eine Marine, die ohnehin eine Blockade iranischer Schiffe im Arabischen Golf durchführt. Auch die Nimitz hat ihren ursprünglich letzten Einsatz – nach 50 Dienstjahren – verlängert. Eigentlich sollte sie nach Norfolk, Virginia, fahren, um die Stilllegung seiner Nuklearreaktoren einzuleiten, doch die Marine hat ihre Lebensdauer bis 2027 ausgedehnt. Die amphibischen Angriffsschiffe USS Iwo Jima und USS Fort Lauderdale, ebenfalls seit dem Sommer im Einsatz, sollen in der kommenden Woche nach Norfolk zurückkehren, wie das Marine Corps am Mittwoch mitteilte. Die verlängerten Einsätze fordern jedoch zunehmend ihren Tribut bei den Besatzungen und Marinesoldaten, die mit einer normalen Rotation gerechnet hatten und nun Monate hinter dem geplanten Rückkehrtermin zurückliegen.
Quelle: POLITICO (https://t1p.de/vzgd5)
Autor: Leon Latozke
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