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Die kubanische Regierung kritisiert die Begnadigung des ehemaligen honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández durch Donald Trump als politisch motivierte Farce. Havanna sieht darin eine Bestätigung ihrer Vorwürfe gegen Washingtons Anti-Drogen-Politik und verweist auf den aktuellen US-Militäreinsatz im Karibikraum.
06.12.2025 23:30 Uhr
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Die kubanische Regierung hat scharf auf die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump reagiert, den ehemaligen honduranischen Staatschef Juan Orlando Hernández zu begnadigen. Hernández war im Juni 2024 in New York wegen umfangreichen Drogenhandels und illegalen Waffenhandels zu 45 Jahren Haft verurteilt worden und hatte mehr als drei Jahre in US-Gewahrsam verbracht. Für Havanna bestätigt die Begnadigung zentrale Vorwürfe gegen Washingtons Drogenbekämpfungspolitik.
Außenminister Bruno Rodríguez erklärte, der Schritt zeige, dass der von den USA ausgerufene Krieg gegen den Drogenhandel eine „Farce“ sei. Er verwies insbesondere auf das seit September laufende militärische Engagement der USA im Karibikraum. Washington begründet den Marine- und Luftwaffeneinsatz mit angeblichen Verbindungen des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zum sogenannten Cartel de los Soles. Seit Beginn der Operation meldeten die USA Angriffe auf rund zwanzig mutmaßliche Schmugglerboote und den Tod von mehr als 80 Besatzungsmitgliedern. Aus kubanischer Sicht verfolgt der Einsatz weniger das Ziel der Drogenbekämpfung als vielmehr eine politische Strategie zur Schwächung Venezuelas. Rodríguez warf den Vereinigten Staaten vor, mit der Begnadigung und dem fortgesetzten Militäreinsatz eine aggressive Außenpolitik zu legitimieren, die auf einen Regierungswechsel in Caracas ziele. Die US-Strategie verschleiere zugleich „die Komplizenschaft des eigenen Regierungsapparates“ mit einem Drogenmarkt, der in den USA jährlich Hunderttausende Todesopfer fordere. Kuba, ein langjähriger Verbündeter Venezuelas, warnt seit Monaten vor den Risiken einer weiteren Eskalation. Havanna kritisiert, dass Washington mit seinem Einsatz eine rechtliche und moralische Grundlage für ein mögliches militärisches Vorgehen schaffe. Der kubanische Außenminister betonte erneut, solche „Vorwände“ seien weder rechtlich noch moralisch akzeptabel und gefährdeten die Stabilität der gesamten Region. Mit der Begnadigung Hernández’ erhält die diplomatische Auseinandersetzung zwischen Kuba und den USA neue Brisanz. Für Havanna bestätigt der Schritt Zweifel an der Glaubwürdigkeit der amerikanischen Anti-Drogen-Politik – und verstärkt die Kritik an einem Militäreinsatz, der aus kubanischer Sicht in erster Linie geopolitischen Interessen dient.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/0584e)
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Text: Leon Latozke
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