Neues aus Kuba
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01.05.2026 23:30 Uhr
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Kubas 1. Mai-Kundgebung war in diesem Jahr geprägt von Aufrufen zur nationalen Verteidigung gegen die USA. Raúl Castro erschien erstmals seit Monaten wieder in der Öffentlichkeit. Die Regierung warnte vor einer möglichen US-Intervention und bekräftigte die Souveränität der Insel.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Raúl Castro reaparece en un Primero de Mayo cubano volcado en la defensa frente a Estados Unidos. Rechte beim Uploadenden.
Zum ersten Mal seit Monaten hat sich Raúl Castro wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Der 94-jährige Ex-Präsident Kubas nahm am Freitag in Havanna an den Feierlichkeiten zum Internationalen Tag der Arbeit teil – einem Ereignis, das in diesem Jahr ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten stand. Gemeinsam mit Staatschef Miguel Díaz-Canel und José Ramón Machado Ventura, dem letzten noch aktiven Vertreter der sogenannten historischen Generation neben Castro, erschien der frühere Machthaber auf der Antiimperialistischen Tribüne José Martí, die direkt gegenüber der US-Botschaft liegt. Mit sichtlicher Mühe, aber entschlossener Miene nahm er zwei Bände entgegen, die nach Regierungsangaben mehr als 6,2 Millionen Unterschriften der Initiative "Meine Unterschrift für das Vaterland" enthalten. Castros letzter öffentlicher Auftritt lag Monate zurück: Damals hatte er an der Ehrung der 32 kubanischen Soldaten teilgenommen, die bei US-Angriffen in Caracas und der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ums Leben gekommen waren.
Die traditionelle Maidemonstration in der kubanischen Hauptstadt zog nach offiziellen Angaben Zehntausende Teilnehmer an. Hinzu kamen mehr als 800 ausländische Gäste aus 38 Ländern sowie Delegationen von 152 Gewerkschafts- und Solidaritätsorganisationen. Unter dem Motto „Das Vaterland wird verteidigt“ präsentierte sich der 1. Mai in Havanna sowohl dem innerkubanischen als auch dem internationalen Publikum als Aufruf zur Einheit für die nationale Souveränität angesichts wachsender militärischer Drohungen aus Washington. „Kuba ist eine unbeugsame Insel. Das Vaterland wird verteidigt, notfalls mit dem Gewehr in der Hand“, warnte Gewerkschaftsführer Osnay Colina in seiner zentralen Rede. Die Demonstranten skandierten Parolen von „Souveränität bewahren“ und „aufsässige Insel“ – ein 1. Mai, der weit entfernt war von klassischen arbeitsrechtlichen Forderungen. Viele Teilnehmer räumten zwar die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes ein, lehnten jedoch jede Form von externer Einmischung strikt ab. „Wir erkennen an, dass wir in Kuba viele Probleme lösen müssen, aber wir werden nicht zulassen, dass sich jemand in die Lösung unserer internen Schwierigkeiten einmischt“, erklärte Oscar Mederos von der Universität Havanna gegenüber der Nachrichtenagentur EFE. Die kubanische Regierung hatte die Maidemonstration bereits seit einer Woche propagandistisch mit der nationalen Verteidigung gegen den Druck aus Washington verknüpft. Die US-Regierung hatte zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass sie auch militärische Optionen nicht ausschließe, um Havanna zu wirtschaftlichen und politischen Reformen zu zwingen. Seit Januar verstärkt Washington den Druck auf die Karibikinsel. Ein zentrales Element dieser Eskalation ist eine Erdölblockade, die die ohnehin schwere strukturelle Krise des Landes dramatisch verschärft hat. In den vergangenen Tagen haben sich die Spannungen weiter zugespitzt: Washington warnte, dass es keine militärischen oder nachrichtendienstlichen Basen von „Gegnern“ wie China auf der Insel dulden werde. Havanna bezeichnet diese Argumente als „fadenscheinige Vorwände“, um eine mögliche Intervention zu rechtfertigen. Der Internationale Tag der Arbeit hat in Kuba eine lange Tradition. Seit Jahrzehnten wird er vom einzigen Gewerkschaftsdachverband, der Zentralen Arbeitervereinigung Kubas (CTC), organisiert. Charakteristisch für diese Veranstaltungen war stets der festliche und regimefreundliche Charakter, während arbeitspolitische Forderungen kaum eine Rolle spielten. Über viele Jahre hinweg prägten die ausufernden Reden des früheren Präsidenten Fidel Castro (1926–2016) den Feiertag. Im Jahr 2000 hatte Castro an dieser Stelle sein besonderes Revolutionsverständnis dargelegt, das Prinzipien wie Einheit, Unabhängigkeit, Verteidigung sowie vollständige Gleichheit und Freiheit umfasste. Die diesjährige Kundgebung knüpfte mit ihrer kämpferischen Rhetorik an diese Tradition an, wenngleich die aktuellen geopolitischen Spannungen und die prekäre wirtschaftliche Lage des Landes dem Fest einen ungleich ernsteren Ton verliehen als in früheren Jahren.
Quelle: EFE (https://t1p.de/tsqz3)
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