Neues aus Kuba
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03.03.2026 09:00 Uhr
Kuba steckt in einer tiefen Energie- und Wirtschaftskrise. Präsident Díaz-Canel drängt auf sofortige Reformen im Staats- und Sozialwesen, während US-Sanktionen die Einnahmen massiv schmälern. Treibstoffrationierungen, Stromausfälle und der Umbau von Solarparks zeigen die Dringlichkeit der Maßnahmen.
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Kuba steht unter massivem wirtschaftlichem Druck. Präsident Miguel Díaz-Canel hat bei einer turnusmäßigen Sitzung des Ministerrats am Montag (2.) seine Regierung aufgefordert, die dringendsten Reformen im Wirtschafts- und Sozialbereich unverzüglich umzusetzen. Grund dafür sind nicht nur strukturelle Schwächen, sondern auch die Auswirkungen verschärfter US-Sanktionen, die die staatlichen Einnahmen in den letzten zwölf Monaten um fast acht Milliarden US-Dollar reduzierten. Die wirtschaftliche Situation zwingt die Regierung zu kurzfristigen Notmaßnahmen, gleichzeitig wird der Umbau hin zu einem nachhaltigeren, diversifizierten Modell beschleunigt.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Autonomie von Unternehmen und Kommunen. Díaz-Canel betont, dass Gemeinden künftig eigenständiger Investitionen lenken sollen, etwa in Kooperationen zwischen staatlichen Einrichtungen und privaten Akteuren oder mit im Ausland lebenden Kubanern. Diese Öffnung für private Initiativen gilt als notwendiger Schritt, um Engpässe in der Produktion und Versorgung abzufedern. Premierminister Manuel Marrero Cruz stellte klar, dass vorrangig die Nahrungsmittelproduktion und der Umbau des Stromnetzes im Fokus stehen müssen, da wiederkehrende Stromausfälle und Treibstoffknappheit die Bevölkerung stark belasten. Die Energieversorgung bleibt der größte Engpass: Solarparks sollen die Abhängigkeit von Ölimporten verringern, doch laut Minister Vicente de la O Levy verläuft der Fortschritt bei der kommunalen Energiewende zu langsam. Gemeinden müssten ihre Strategien stärker auf lokale Ressourcen stützen, um nachhaltige Lösungen zu erreichen. Seit Anfang des Jahres gelten bereits Sparmaßnahmen: Treibstoff wird rationiert, Teile des öffentlichen Nahverkehrs ruhen, und Schulen verlagern Unterricht zeitweise ins Internet. Diese Einschränkungen zeigen die Dringlichkeit, mit der Kuba seine Energieinfrastruktur modernisieren muss. Die Finanzlage Kubas ist angespannt. Die US-Blockade und ausbleibende Lieferungen aus Venezuela und Mexiko haben die Wirtschaft stark belastet. Zwischen März 2024 und Februar 2025 gingen die Einnahmen des Landes um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Experten sehen darin einen zusätzlichen Anreiz für die Regierung, Reformen nicht nur anzukündigen, sondern tatsächlich umzusetzen. Die Kombination aus Sanktionen, Energiemangel und struktureller Reformnotwendigkeit macht deutlich, dass Kuba in den kommenden Jahren vor einer entscheidenden Phase steht.
Quelle: Granma (https://t1p.de/qr1q6)
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