Neues aus Kuba
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21.02.2026 19:00 Uhr
Kubas Kliniken geraten unter Druck: Treibstoffmangel und Stromausfälle beeinträchtigen Therapien und Notdienste. Jetzt warnt auch die kubanische Regierung vor ernsten Folgen für Millionen Patienten.
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Das kubanische Gesundheitssystem steht nach Angaben der Regierung vor einer weiteren Zuspitzung seiner ohnehin angespannten Lage. Gesundheitsminister José Ángel Portal Miranda erklärte in einem Gespräch mit der Associated Press, die jüngsten Maßnahmen der USA zur Einschränkung von Öllieferungen hätten die medizinische Versorgung des Landes an einen kritischen Punkt gebracht. Die Sanktionen träfen nicht mehr nur wirtschaftliche Kennzahlen, sondern wirkten sich unmittelbar auf die Sicherheit der Bevölkerung aus.
Sanktionen und Energieabhängigkeit Auslöser der aktuellen Entwicklung ist eine Verfügung von US-Präsident Donald Trump, die Staaten mit Zöllen belegt, wenn sie Kuba mit Erdöl beliefern. Die Maßnahme folgte auf die politische Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie die Ankündigung, keine venezolanischen Öllieferungen mehr nach Kuba zuzulassen. Kuba produziert nach Regierungsangaben lediglich rund 40 Prozent seines Treibstoffbedarfs selbst und ist in erheblichem Umfang auf Importe angewiesen. Über Jahre hinweg kamen Lieferungen insbesondere aus Venezuela, aber auch aus Mexiko und Russland. Bleiben diese aus, verschärft sich die seit Langem bestehende Energiekrise deutlich. Öl ist für die Stromerzeugung, den öffentlichen Verkehr und den Betrieb zentraler Einrichtungen unverzichtbar. Auswirkungen auf Kliniken und Patienten Die Folgen sind im Gesundheitswesen unmittelbar spürbar. Krankenwagen können teilweise nicht mehr zuverlässig eingesetzt werden, weil Treibstoff fehlt. In Krankenhäusern kommt es zu wiederkehrenden Stromausfällen. Zudem wurden Flüge mit medizinischen Gütern ausgesetzt, da nach Regierungsangaben die Betankung von Flugzeugen auf kubanischen Flughäfen nicht sichergestellt werden kann. Nach Angaben des Gesundheitsministers sind etwa fünf Millionen Menschen mit chronischen Erkrankungen von Versorgungsengpässen betroffen. Darunter befinden sich 16.000 Krebspatienten, die Strahlentherapie benötigen, sowie 12.400 weitere in laufender Chemotherapie. Auch die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, orthopädische Eingriffe, Dialysen und die Versorgung von Intensivpatienten mit stromabhängiger Technik seien beeinträchtigt. Portal betonte, wirtschaftlicher Druck lasse sich nicht von sozialen Folgen trennen. Wenn Energie fehle, seien medizinische Leistungen zwangsläufig eingeschränkt. Strukturelle Schwächen treten deutlicher hervor Das kubanische Gesundheitssystem basiert auf einem universellen, kostenfreien Modell mit einem dichten Netz an Polikliniken und staatlich subventionierten Medikamenten. International galt es lange als sozialpolitisches Aushängeschild des Landes. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch strukturelle Probleme verschärft. Seit der Corona-Pandemie verließen zahlreiche Ärzte das Land, da die staatlichen Gehälter angesichts der Inflation kaum ausreichen. Gleichzeitig sind viele Einrichtungen baulich in schlechtem Zustand, Medikamente häufig knapp. Die aktuelle Energieknappheit verstärkt diese Defizite. Energieintensive Verfahren wie Computertomografien oder bestimmte Labordiagnostik werden nach Angaben des Ministers eingeschränkt. Ärztinnen und Ärzte müssten verstärkt auf einfachere Untersuchungsmethoden zurückgreifen. Das bedeute faktisch eine Absenkung des Versorgungsniveaus. Alltag unter verschärften Bedingungen Auch außerhalb der Kliniken sind die Folgen sichtbar. Busverbindungen wurden reduziert, Kraftstoff wird rationiert und teilweise nur noch gegen Devisen abgegeben. Stromabschaltungen haben zugenommen. Eine schwangere Patientin berichtete von Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln und Medikamenten. Solche Einzelfälle stehen exemplarisch für eine breitere Entwicklung, die den Alltag vieler Menschen prägt. Internationale Beobachter warnen inzwischen vor einer möglichen humanitären Verschärfung. Ob es dazu kommt, hängt von mehreren Faktoren ab: von der weiteren Sanktionspolitik Washingtons, von möglichen alternativen Energiequellen und von der Fähigkeit der kubanischen Behörden, die knappen Ressourcen zu priorisieren. Fest steht: Die Energiefrage ist für Kuba nicht nur ein wirtschaftliches Problem. Sie hat sich zu einem zentralen Faktor für die Funktionsfähigkeit staatlicher Daseinsvorsorge entwickelt – mit unmittelbaren Konsequenzen für Millionen Menschen.
Quelle: AP (https://t1p.de/f2r6v)
Autor: Leon Latozke
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