Neues aus Kuba
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04.04.2026 07:00 Uhr
Kuba hat mit der Freilassung von mehr als 2.000 Gefangenen begonnen – offiziell aus humanitären Gründen. Beobachter sehen die Maßnahme im Kontext internationaler Spannungen und diplomatischer Signale. Ist dies echter Wandel oder lediglich politische Inszenierung?
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Kuba hat mit der schrittweisen Freilassung von Gefangenen begonnen, nachdem die Regierung kurzfristig eine Amnestie für insgesamt 2.010 Personen angekündigt hatte. Offiziell wird die Maßnahme als humanitäre Geste im Zusammenhang mit den Osterfeiertagen dargestellt. Es handelt sich bereits um die zweite Entscheidung dieser Art innerhalb weniger Wochen.
Erste Entlassungen wurden am Morgen des Karfreitags (3.) aus der Haftanstalt La Lima im Osten Havannas beobachtet. Vor dem Gefängnis warteten Angehörige auf die Freigelassenen. Augenzeugen berichteten von emotionalen Szenen, als Familienmitglieder aufeinandertrafen. „Dank dem Papst“, riefen einige der Entlassenen und bekreuzigten sich. Die Freilassungen erfolgen in einem politisch sensiblen Kontext. Kurz zuvor hatte die US-Regierung ihre im Januar verschärften Einschränkungen im Energiesektor teilweise gelockert und die Lieferung von russischem Rohöl nach Kuba ermöglicht. Bereits Mitte März hatte die kubanische Regierung die vorzeitige Entlassung von 51 Gefangenen angekündigt und dies als Zeichen des Entgegenkommens gegenüber dem Vatikan gewertet, der traditionell als Vermittler zwischen Havanna und Washington auftritt. Aus den Vereinigten Staaten hieß es, man sei über die aktuellen Entwicklungen informiert. Zugleich forderte das Außenministerium die kubanische Regierung auf, auch die weiterhin inhaftierten politischen Gefangenen freizulassen. Menschenrechtsorganisationen äußerten unterdessen Zweifel an der Zusammensetzung der freigelassenen Häftlinge. Nach Angaben der in Miami ansässigen NGO Cubalex konnten bis Freitagmittag keine politischen Gefangenen unter den Entlassenen bestätigt werden. Stattdessen handele es sich überwiegend um Personen, die wegen allgemeiner Straftaten verurteilt worden seien. Kritik richtet sich insbesondere gegen die aus Sicht von Beobachtern mangelnde Transparenz des Verfahrens. Organisationen verweisen darauf, dass Begnadigungen in Kuba in der Vergangenheit wiederholt auch als politisches Instrument eingesetzt worden seien. Nach Einschätzung der Menschenrechtsgruppe Justicia 11J befinden sich derzeit 775 Personen aus politischen Gründen in Haft. Dabei stehen insbesondere Straftatbestände wie „Widerstand“, „Angriff“ oder „Missachtung staatlicher Autorität“ im Fokus der Kritik. Diese würden nach Ansicht der Organisation gezielt genutzt, um oppositionelle Aktivitäten strafrechtlich zu verfolgen. Unter den freigelassenen Gefangenen befinden sich auch jüngere Häftlinge, die ihre Entlassung als Chance für einen Neuanfang beschreiben. Der 20-jährige Brian P., der eine Strafe wegen Körperverletzung verbüßte, betonte gegenüber AFP die Bedeutung des Moments. „Das ist eine Gelegenheit, die man nur einmal im Leben bekommt“, sagte er und ergänzte: „man hat zu viel gelitten, ebenso wie unsere Mütter“. Damián F., ebenfalls 20 Jahre alt und wegen Diebstahls verurteilt, sagte, seine Freilassung sei „ein sehr großer Segen“, der seine Familie „mit Glück erfüllt“. Auch der 46-jährige Albis G., der ursprünglich zu sechs Jahren Haft wegen Diebstahls verurteilt worden war und davon drei Jahre verbüßt hat, äußerte sich nach seiner Freilassung mit den Worten: „Danke für diese Gelegenheit, die sie uns gegeben haben“.
Quelle: DW (https://t1p.de/3m4r9)
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