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Kuba meldet Rekordzahlen bei Mücken übertragenen Krankheiten. Chikungunya, Dengue und Oropouche breiten sich besonders in La Habana, Matanzas und Cienfuegos aus und belasten das Gesundheitssystem stark. Die OPS warnt vor anhaltend hoher Infektionsgefahr, insbesondere für Erwerbstätige.
19.11.2025 07:55 Uhr
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Kuba sieht sich mit einer deutlichen Zunahme durch Mücken übertragener Krankheiten konfrontiert. Nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (Organización Panamericana de la Salud – OPS) meldete das Land im Oktober durchschnittlich 700 neue Chikungunya-Fälle pro Tag, wie die Nachrichtenagentur EFE berichtete. Besonders betroffen waren die Provinzen La Habana und Matanzas. Die Meldung folgt auf die offizielle Anerkennung einer „Epidemie“ von Chikungunya, Dengue und Oropouche durch die kubanische Regierung, die jedoch zunächst nur wenige konkrete Zahlen veröffentlichte.
Zwischen dem 11. Oktober und dem 1. November wurden 15.590 Chikungunya-Fälle registriert. Insgesamt summiert sich die Zahl der Infektionen in den ersten zehn Monaten des Jahres auf 20.062. Die kumulierte Inzidenz liegt damit bei 183,43 Fällen pro 100.000 Einwohner – der höchste Wert in ganz Amerika für 2025, deutlich über Brasilien (112,07) und dem Durchschnitt der Karibikregion (43,53). Besonders betroffen sind die Provinzen La Habana, Matanzas und Cienfuegos, die von der OPS als Hochrisikogebiete eingestuft werden. Die Altersgruppe zwischen 19 und 54 Jahren ist überproportional betroffen. Die Krankheit verursacht starke, teilweise langanhaltende Schmerzen, die zu Fehlzeiten am Arbeitsplatz führen können. Auch Dengue verzeichnet eine deutliche Zunahme. Zwischen Januar und September meldete Kuba 9.602 Fälle, darunter 115 schwere Verläufe und drei Todesfälle. Im Vorjahreszeitraum wurden lediglich 985 Infektionen registriert. Die OPS weist darauf hin, dass aktuell die Serotypen 2, 3 und 4 des Dengue-Virus zirkulieren, was das Risiko schwerer Verläufe durch wiederholte Infektionen erhöht. Mit einer Inzidenz von 87,79 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt Kuba über dem Durchschnitt der Karibik (54,59), bleibt jedoch unter den Werten Mittelamerikas (114,85) und der Andenregion (183,23). Beim Oropouche-Virus verzeichnet Kuba zwischen der zweiten Jahreshälfte 2024 und den ersten Monaten 2025 29.040 Fälle, 123 davon mit neurologischen Komplikationen. Vier von fünf Fällen traten 2024 auf. Damit lag Kuba sowohl absolut als auch relativ (214,36 Infektionen pro 100.000 Einwohner) an der Spitze der Amerikas, vor Brasilien (13.856) und Peru (1.324). Auch 2025 bleibt Kuba führend mit 36,40 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die Entwicklungen verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen für das kubanische Gesundheitssystem, das zunehmend mit den Folgen von Chikungunya, Dengue und Oropouche belastet wird. Die Konzentration auf die am stärksten betroffenen Regionen und die Altersgruppe der Erwerbstätigen unterstreicht die Dringlichkeit präventiver Maßnahmen und gezielter Aufklärungskampagnen.
Quelle: EFE (https://t1p.de/99iof)
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