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Die kubanische Zentralbank hat einer US-Firma aus Florida offiziell die Lizenz erteilt, Geldüberweisungen nach Kuba abzuwickeln. Cubamax Travel Inc. darf sowohl auf Bankkonten als auch in bar in Landes- oder Fremdwährung an Empfänger zahlen.
02.01.2026 10:00 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Die kubanische Zentralbank (Banco Central de Cuba, BCC) hat einer Firma mit Sitz in Florida die Erlaubnis erteilt, Überweisungen auf die Insel zu tätigen. Wie die Website Mundus Novus 24 unter Bezug auf die offizielle „Gaceta Oficial“ berichtet, hat die BCC grünes Licht gegeben, damit Cubamax Travel Inc., registriert in Miami im US-Bundesstaat Florida, «Mittel über kubanische Finanzinstitute» auf Konten auf der Insel leiten oder Bargeld in Landeswährung oder Devisen an ihre Begünstigten auszahlen.
Wie es im Amtsblatt weiter heisst, tritt die Lizenz innerhalb von fünf Werktagen nach der am 30.12. erfolgten Veröffentlichung in Kraft. Das Unternehmen muss zudem einen Vertreter mit Wohnsitz in Kuba benennen Cubamax Travel Inc., die sich selbst als Reiseagentur beschreibt, bietet neben Finanztransfers auch Lieferdienste für Waren nach Kuba an. Geleitet wird die Firma von dem Unternehmer Carlos Trujillo. Mit der Lizenzierung dieser privaten US-Gesellschaft löst Kuba faktisch die bisherige staatliche Abwicklung von Überweisungen über die Firma Orbit ab, die mittlerweile von Washington auf eine Sanktionsliste gesetzt wurde. Bis zur Covid-19-Pandemie gehörten Überweisungen aus dem Ausland zu den wichtigsten Devisenquellen Kubas. Schätzungen unabhängiger Experten zufolge lagen die Überweisungen zwischen 2005 und 2020 bei rund sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Weitere wichtige Einnahmequellen sind professionelle Dienstleistungen, darunter vor allem medizinische Missionen im Ausland, sowie der Tourismus, der in den vergangenen Jahren einen starken Rückgang verzeichnete. Die US-Sanktionen der vergangenen Jahre hatten die bisher etablierten Finanzkanäle stark eingeschränkt. Mit Beginn der Amtszeit von Präsident Donald Trump wurde Kuba erneut auf die Liste der Länder, die den Terrorismus unterstützen, gesetzt. Orbit wurde auf die US-Restriktionsliste gesetzt, was direkte finanzielle Verbindungen zwischen US-Unternehmen und der kubanischen Firma untersagt. In der Folge stellte auch Western Union zeitweise den Geldtransfer nach Kuba ein, nachdem das Unternehmen 2024 seine Dienste reaktiviert hatte. Grund waren Sanktionen gegen Fincimex, das bis dahin die Transfers abwickelte und Teil des von den Revolutionsstreitkräften kontrollierten GAESA-Konglomerats ist. Die US-Beschränkungen führten zu einem wachsenden informellen Überweisungsmarkt. Zahlreiche Kubanerinnen und Kubaner griffen auf private Vermittler zurück, die umgangssprachlich als „Mulas“ bezeichnet werden. Diese transportieren Bargeld persönlich mit dem Flugzeug und übergeben es direkt an die Empfänger auf der Insel. Diese Praxis ist nach wie vor verbreitet und zeigt die hohe Nachfrage nach Devisen innerhalb der kubanischen Bevölkerung trotz offizieller Restriktionen. Mit der Lizenzierung von Cubamax Travel Inc. eröffnet Kuba nun erstmals einer privatwirtschaftlichen US-Firma offiziell den Zugang zum Geldtransfermarkt der Insel. Beobachter sehen darin einen möglichen Schritt zur Legalisierung und Stabilisierung des Devisenflusses, der für viele kubanische Familien überlebenswichtig ist. Die kommenden Monate dürften zeigen, in welchem Umfang die neue Lösung die bisherigen informellen Kanäle ersetzen oder ergänzen kann.
Quellen: Mundus Novus 24, Gaceta Official (https://t1p.de/wjyn2)
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Text: Leon Latozke
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