Neues aus Kuba
Klicken Sie hier, um benutzerdefiniertes HTML festzulegen
|
24.03.2026 09:00 Uhr
Kuba zeigt Bereitschaft, Amerikaner und US-Firmen für enteignetes Eigentum zu entschädigen. Die Abfindung soll Teil eines größeren Abkommens sein, das Sanktionen lockert und Investitionen erlaubt.
![]()
Kuba signalisiert Bereitschaft, Entschädigungen an Amerikaner und US-Unternehmen zu zahlen, deren Eigentum nach der Revolution von 1959 verstaatlicht wurde. Das erklärte Vizeaußenminister Carlos Fernandez de Cossio in einem exklusiven Gespräch mit Drop Site News. Demnach könnte die Zahlung in Form einer „Pauschalabfindung“ erfolgen – die USA würden die Verteilung übernehmen.
Cossio betonte, dass ein solcher Schritt nur als Teil eines umfassenderen Abkommens sinnvoll sei, das nicht nur die Frage der Entschädigung klärt, sondern auch die bestehenden US-Sanktionen und die Blockade adressiert. Außerdem solle das Abkommen Investitionen aus den USA in Kuba erlauben, die bislang verboten waren. Präsident Miguel Díaz-Canel bestätigte kürzlich direkte Gespräche mit Washington. Berichte der New York Times über angebliche US-Pläne, Díaz-Canel zu stürzen, wies Kuba zurück. „Die Rolle des Präsidenten oder das kommunistisch geführte System stehen nicht zur Diskussion“, erklärte Cossio. Historisch gesehen hat Kuba mit mehreren Ländern bereits Pauschalabkommen geschlossen: Kanada, Schweiz, Großbritannien, Spanien und Frankreich erhielten Entschädigungen für verstaatlichtes Eigentum. Die USA lehnten dies jedoch ab und versuchten stattdessen, das Castro-Regime zu stürzen. „Alle Länder wurden entschädigt, nur die USA nicht“, so Cossio. Hätte Washington in den 1960er-Jahren akzeptiert, wären Zahlungen nach Schätzungen bis in die 1980er-Jahre abgeschlossen gewesen. Heute verfügt Kuba nicht über ausreichende Rücklagen für große Zahlungen. Cossio zufolge könnten jedoch durch ein Ende der Blockade wirtschaftliche Einnahmen entstehen, die eine Entschädigung ermöglichen würden. Laut US-Regierungsdaten und Bloomberg-Schätzungen haben fast 6.000 US-Bürger und Firmen Entschädigungsforderungen geltend gemacht, die inklusive Zinsen inzwischen auf rund neun Milliarden Dollar geschätzt werden. Der Vizeaußenminister stellte jedoch klar, dass Entschädigungen „nicht nur in eine Richtung“ gehen sollten. Kuba selbst erhebt Ansprüche für Schäden durch die US-Blockade, Invasionen, Terrorakte und Attentate sowie andere wirtschaftsfeindliche Maßnahmen. „Das kubanische Volk verdient eine Kompensation für diese Schäden“, sagte Cossio. Parallel kündigte Vizepremierminister Óscar Pérez-Oliva Fraga ein umfassendes Maßnahmenpaket an, das Kubaner im Ausland erstmals seit der Revolution in die Lage versetzt, private Unternehmen zu besitzen und zu investieren. Auch ausländische Investitionen, einschließlich von US-Firmen, sollen erleichtert werden. Pérez erklärte, dass Kuba bürokratische Hindernisse für Investitionen abbauen wolle und die Teilnahme am nationalen Finanzsystem ermögliche. Allerdings unterliegt die Beteiligung amerikanischer Firmen US-Recht. Cossio und Pérez verwiesen auf den Helms-Burton Act, der US-Bürgern erlaubt, gegen Unternehmen zu klagen, die in enteignetem kubanischem Eigentum tätig sind. Diese Gesetzgebung hat bisher Investitionen blockiert, aus Angst vor Klagen. Kuba will durch die Entschädigungsinitiative das Vertrauen der Exilgemeinschaft stärken und mögliche juristische Hindernisse minimieren. Experten weisen jedoch auf Widerstände innerhalb der kubanischen Exil-Community hin, die politische Ziele über wirtschaftliche Lösungen stellen. Danny Valdes von „Cuban Americans for Cuba“ warnte, dass Hardliner jegliche Vereinbarung sabotieren könnten. Gleichzeitig könnten neue Investitionsmöglichkeiten der US-Regierung erlauben, den privaten Sektor in Kuba zu fördern und politische Veränderungen langfristig zu beeinflussen. Trotz politischer Spannungen zeigt sich die kubanische Regierung offen für Dialog. Cossio betonte, dass direkte Gespräche mit Washington der einzige Weg seien, um Lösungen zu finden. „Wir glauben, dass unsere beiden Länder nicht für immer in Feindschaft leben sollten“, erklärte er. Die humanitäre Lage in Kuba verschärft die Dringlichkeit wirtschaftlicher Öffnungen: In den vergangenen Wochen kam es zu landesweiten Stromausfällen, die auch Krankenhäuser betrafen. Am William Soler Kinderkrankenhaus in Havana mussten Ärzte und Pflegekräfte auf manuelles Pumpen von Beatmungsgeräten zurückgreifen, bis Notstromaggregate ansprangen. Die Energiekrise verdeutlicht die Folgen der Blockade und unterstreicht den Handlungsdruck, wirtschaftliche und diplomatische Lösungen zu finden. Mit der Entschädigungsinitiative und der Öffnung für Investitionen verfolgt Kuba eine doppelte Strategie: Anerkennung historischer Ansprüche und Modernisierung der Wirtschaft. Experten sehen darin einen Versuch, politische Spannungen zu entschärfen, den Lebensstandard zu verbessern und internationale Investitionen anzuziehen, während gleichzeitig die Souveränität und das politische System gewahrt bleiben.
Quelle: Drop Site News (https://t1p.de/jzb4v)
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |