Neues aus Kuba
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22.05.2026 07:00 Uhr
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, Kuba habe eine Hilfsofferte von 100 Millionen Dollar angenommen, doch seien die Bedingungen ungeklärt.
Abbildung: US.-Außenminister Marco Rubio,(Archivbild)
US-Außenminister Marco Rubio erklärte am Donnerstag (21.), das kommunistische Regime in Kuba habe ein humanitäres Hilfsangebot über 100 Millionen Dollar grundsätzlich angenommen. Allerdings ließ der Chefdiplomat durchblicken, dass unklar sei, ob die kubanische Führung die von den USA geforderten Bedingungen vollständig akzeptiert habe. Die Amerikaner bestehen darauf, die Hilfsgelder ausschließlich über die katholische Kirche zu verteilen, um eine Zweckentfremdung zu verhindern. "Wir werden keine humanitäre Hilfe liefern, die in die Hände ihres Militärkonzerns fällt, der das Material dann verkauft und das Geld in die eigenen Taschen steckt", warnte Rubio.
Damit zielte er auf die staatliche Firma GAESA ab, die direkt dem kubanischen Militär untersteht und weite Teile der Inselökonomie kontrolliert, darunter die Hotellerie. Erst vor zwei Wochen hatte das US-Finanzministerium GAESA auf die Sanktionsliste gesetzt. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Druckaufbaus. Bereits am Mittwoch hatten die US-Behörden Anklage gegen den früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro erhoben, und zwar wegen Mordes, Verschwörung zur Tötung von US-Bürgern sowie Zerstörung von Flugzeugen im Zusammenhang mit dem Abschuss zweier Kleinflugzeuge im Jahr 1996. Am Freitag haben ICE-Agenten die in den USA lebende Schwester der GEASA-Chefin festgenommen. Rubio betonte indes, dass die USA prinzipiell eine diplomatische Lösung anstrebten. In den vergangenen Monaten hatte Präsident Donald Trump mehrfach signalisiert, dass Kuba das nächste Ziel nach der Festnahme von Nicolás Maduro und der laufenden Offensive gegen das iranische Regime sein könnte. Am Mittwoch jedoch relativierte er: "Eine Eskalation ist nicht nötig." Der historische Schritt der Anklageerhebung gegen Raúl Castro, der erstmals ein ehemaliges Staatsoberhaupt der Insel betrifft, zeigt jedoch, dass Washington seine Gangart verschärft hat. Das Hilfsangebot von 100 Millionen Dollar könnte sich als diplomatisches Druckmittel erweisen, das Havanna in die Zange nimmt: Entweder es beugt sich den US-Forderungen und riskiert einen Gesichtsverlust, oder es lehnt die Bedingungen ab und gibt Washington die Gelegenheit, mangelnde Kooperationsbereitschaft zu beklagen.
Quelle: DW (https://t1p.de/1x0fx)
Autor: Leon Latozke
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