Neues aus Kuba
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Das kubanische Gesundheitsministerium (MINSAP) hat offiziell die Wiederaufnahme der Reisen kubanischer Mediziner aus Venezuela angekündigt. Mit der Normalisierung der Flüge sollen nun Vertragsfristen und Urlaubsansprüche der Fachkräfte eingehalten werden. Experten warnen dennoch vor möglichen massenhaften Abzügen, während Tausende kubanische Ärzte in Venezuela auf weitere Informationen warten.
09.01.2026 06:00 Uhr
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Das kubanische Gesundheitsministerium (MINSAP) hat die schrittweise Wiederaufnahme der Rückflüge für kubanische Ärzte aus Venezuela bestätigt. Nach offiziellen Angaben waren diese Reisen in den letzten Monaten des Jahres 2025 aufgrund logistischer Probleme, der eingeschränkten Luftverkehrsanbindung und der zeitweisen Schließung des venezolanischen Luftraums stark verzögert worden. Betroffen waren insbesondere Mediziner, deren Verträge ausgelaufen waren oder denen turnusmäßig Urlaub zustand. Infolge der Unterbrechung hatte sich eine größere Zahl von Fachkräften in Venezuela angesammelt.
Mit der Wiederaufnahme internationaler Flugverbindungen aus Venezuela habe sich der Rückfluss nun normalisiert, erklärte das Ministerium. Seit dieser Woche starteten wieder organisierte Flüge, die eine schrittweise Rückkehr des medizinischen Personals auf die Insel ermöglichen sollen. Angaben zur Zahl der zurückkehrenden Ärzte machte das MINSAP nicht. Ebenso ließ es offen, ob und in welchem Umfang die kubanischen Gesundheitsmissionen in Venezuela fortgesetzt werden. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund tiefgreifender politischer Veränderungen in Caracas. Am 3. Januar 2026 war der langjährige Machthaber Nicolás Maduro bei einer US-Militäroperation festgenommen worden. Übergangsweise übernahm Delcy Rodríguez, zuvor Vizepräsidentin, die Führung des Landes. US-Präsident Donald Trump erklärte mehrfach, Rodríguez kooperiere mit Washington, insbesondere im Energiesektor, hatte aber auch einen Abbruch der Beziehungen des Landes mit Kuba gefordert. Für Kuba hätte ein Ende oder eine deutliche Reduzierung der medizinischen Kooperation mit Venezuela erhebliche wirtschaftliche Folgen. Das seit Jahren praktizierte Modell „Ärzte gegen Öl“ galt als eine der wichtigsten Einnahmequellen des Inselstaates. Tausende kubanische Mediziner waren in Venezuela im Einsatz, die daraus resultierenden Dienstleistungen brachten der Regierung in Havanna Milliardenbeträge ein. Zudem erhielt Kuba im Rahmen der Abkommen zuletzt im Schnitt rund 24.000 Barrel Rohöl pro Tag, was etwa einem Drittel des nationalen Bedarfs entsprach, auch wenn die Lieferungen in den vergangenen Jahren zunehmend unregelmäßig geworden waren. Ein Wegfall dieser Unterstützung würde die ohnehin angespannte Lage auf der Insel weiter verschärfen. Beobachter rechnen mit häufigeren Stromausfällen, Problemen im öffentlichen Verkehr sowie steigenden Kosten für Lebensmittel- und Treibstoffimporte. Bereits jetzt steht die Versorgung der Bevölkerung unter Druck. Während das MINSAP den aktuellen Rücktransport als rein organisatorischen Vorgang darstellt, äußern unabhängige Experten Zweifel. Sie halten es für möglich, dass die Maßnahme eine größere Evakuierung der kubanischen Gesundheitsmissionen einleitet. Berichten zufolge herrscht unter den mehr als 13.000 in Venezuela eingesetzten kubanischen Medizinern Unsicherheit. Einzelne Quellen sprechen von Anweisungen, sich bereitzuhalten, ohne klare Informationen über Umfang und Dauer der Rückkehr zu erhalten. Offiziell weist Havanna entsprechende Spekulationen zurück.
Dieser Artikel wurde zuerst auf Mundus Novus 24 publiziert.
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Text: Leon Latozke
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