Neues aus Kuba
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05.05.2026 15:00 Uhr
Ein russischer Öltanker treibt seit Mitte April etwa 1.600 Kilometer vor Kubas Küste. Die Lieferung von fast 270.000 Barrel Diesel für die Insel bleibt aufgrund der US-Blockade und der Angst vor Beschlagnahmung ungewiss.
Ein russischer Öltanker, der Treibstoff nach Kuba transportieren sollte, treibt seit Mitte April rund 1.600 Kilometer vor der Küste der Insel im Atlantik. Das unter Sanktionen stehende Schiff namens „Universal“ stoppte seine Fahrt aus Russland und dümpelt seither auf dem offenen Meer, wie von Bloomberg ausgewertete Schiffsbewegungen zeigen. Mit fast 270.000 Barrel Diesel für Kuba beladen, bleibt seine Ankunft ungewiss, so Daten des Schifffahrtsanalyseunternehmens Vortexa Ltd.
Die Blockade vor der Küste Kubas verschärft die schlimmste Treibstoffkrise des Landes seit Jahrzehnten. Die „Universal“ reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Tankern, die aus Angst vor Beschlagnahmung durch die US-Marine von ihrem Ziel abließen. In diesem Jahr gelang lediglich einem Schiff, der „Anatoly Kolodkin“, die Öllieferung – und nur, nachdem die Trump-Regierung eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung erteilt hatte, um die Energiekrise auf der Insel zu mildern. Russland hatte daraufhin eine weitere Lieferung angekündigt, Details zur Ankunft jedoch offen gelassen. Kuba steht unter massivem Druck: Die Insel benötigt dringend Öl, um Strom zu erzeugen und den Verkehr aufrechtzuerhalten. Die Verzögerung der Ladung trifft das Land in einer Phase, in der es bereits mit schweren Engpässen kämpft. Die Regierung in Havanna hat unterdessen die Anstrengungen verstärkt, die heimische Ölproduktion anzukurbeln und die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Am Dienstag gab die staatliche Ölgesellschaft auf der Plattform X bekannt, dass sie Anlagen an zwei der größten Ölquellen des Landes ersetzt habe, was die Förderung um 30 Prozent steigern solle. Doch die Maßnahmen wirken wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Die USA haben ihre Wirtschaftsblockade gegen Kuba weiter verschärft und den Zugang zu internationalen Energiemärkten nahezu vollständig abgeriegelt. Für die kubanische Führung bleibt die Lage prekär: Die Lieferung aus Russland könnte das Land zwar kurzfristig entlasten, doch die Unsicherheit über die Route der „Universal“ symbolisiert die Verwundbarkeit einer Insel, die von äußeren Ressourcen abhängig ist. Während die Schiffe auf dem Ozean treiben, driftet Kuba selbst immer tiefer in eine Energiekrise, die das tägliche Leben der Bevölkerung zu lähmen droht.
Quelle: Bloomberg (https://t1p.de/t011c)
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