Neues aus Kuba
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Die kubanische Regierung sucht angesichts der energiepolitischen Blockade durch die USA Unterstützung bei ihren traditionellen Verbündeten – vor allem Russland, China und Vietnam – wobei noch offen ist, welche Form der Hilfe möglich sein wird.
05.02.2026 07:15 Uhr
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Die kubanische Regierung sucht angesichts wachsender Spannungen mit den USA verstärkt den Schulterschluss mit ihren traditionellen internationalen Partnern. Vor allem Russland, China und Vietnam stehen im Mittelpunkt einer diplomatischen Initiative Havannas, die vor dem Hintergrund eines zunehmenden wirtschaftlichen und energiepolitischen Drucks aus Washington erfolgt. Auslöser der aktuellen Zuspitzung ist der Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro vor rund einem Monat infolge einer US-Militäraktion, der für Kuba erhebliche politische und wirtschaftliche Folgen hatte.
Nach kubanischer Darstellung hat sich seitdem insbesondere der Druck auf die Energieversorgung der Insel verschärft. Der Wegfall Venezuelas als zentraler Verbündeter und Lieferant wirkt sich zunehmend spürbar aus. In dieser Lage begab sich Außenminister Bruno Rodríguez auf eine kurzfristig angesetzte und zuvor nicht angekündigte Auslandsreise. Rodríguez tritt dabei als Sondergesandter der Kommunistischen Partei Kubas und der Regierung auf. Begleitet wird er von hochrangigen Vertretern des Staates, darunter General Roberto Legrá Sotolongo, Chef des Generalstabs der Streitkräfte und Mitglied des Politbüros, sowie Carlos Luis Jorge, erster Vizeminister für Außenhandel. Die Zusammensetzung der Delegation deutet auf eine enge Verzahnung diplomatischer, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Anliegen hin. Erste Station der Reise war Vietnam. Dort traf Rodríguez mit der politischen Führung des Landes zusammen, darunter mit dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei, To Lam, und Staatspräsident Luong Cuong. Die vietnamesische Seite bekräftigte ihre Unterstützung für Kuba und erklärte, man sei bereit, dem Land im Rahmen der eigenen Möglichkeiten beizustehen. Vietnam hat seine wirtschaftliche Bedeutung für Kuba in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Es ist inzwischen der zweitgrößte Handelspartner der Insel und der wichtigste Investor aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Das bilaterale Handelsvolumen belief sich 2023 auf rund 340 Millionen US-Dollar. Zudem stellte Vietnam Kuba zuletzt eine finanzielle Zuwendung in Höhe von 15 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Während seines Aufenthalts in Vietnam suchte Rodríguez auch den direkten Kontakt nach Moskau. In einem Telefongespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow dankte er Russland für dessen anhaltende Ablehnung der US-Politik gegenüber Kuba. Beide Seiten tauschten sich über internationale und regionale Entwicklungen aus, insbesondere mit Blick auf Lateinamerika und die Karibik. Das russische Außenministerium betonte im Anschluss seine Ablehnung jeglicher wirtschaftlicher oder militärischer Druckmaßnahmen gegen Kuba und verwies auf die sich verschlechternde humanitäre Lage auf der Insel. Russland zählt seit dem Kalten Krieg zu den engsten politischen Verbündeten Kubas und ist weiterhin ein wichtiger Handelspartner. Beide Regierungen bezeichnen ihre Beziehungen als strategische Partnerschaft und haben wiederholt erklärt, diese auch wirtschaftlich vertiefen zu wollen. Symbolischen Charakter hatte zuletzt der Besuch des russischen Innenministers in Havanna, der erste hochrangige Staatsbesuch nach der Festnahme Madurados, dem die kubanische Führung große Bedeutung beimaß. Den Abschluss der Reise bildete China. Dort traf Rodríguez unter anderem mit Vertretern der chinesischen Entwicklungszusammenarbeit sowie des internationalen Verbindungsdepartements der Kommunistischen Partei zusammen. Bereits Ende Januar hatte Chinas Präsident Xi Jinping eine umfangreiche Nothilfe für Kuba genehmigt. Diese umfasst finanzielle Unterstützung in Höhe von 80 Millionen US-Dollar sowie eine Lieferung von 60.000 Tonnen Reis. Es handelt sich um die bislang größte bekannte Reisspende an die Insel, die seit Jahren unter akuter Knappheit an Grundnahrungsmitteln und hoher Inflation leidet. Schon 2024 hatte China Kuba mit weiteren 100 Millionen US-Dollar unterstützt. Parallel dazu forderte die chinesische Regierung öffentlich ein Ende der US-Blockade und der Sanktionen gegen Kuba. Die diplomatische Offensive Havannas verdeutlicht den wachsenden außenpolitischen und wirtschaftlichen Druck, unter dem die Insel steht. Ob die zugesagte Unterstützung der Partner über finanzielle Hilfen und politische Rückendeckung hinaus zu einer nachhaltigen Entlastung führt, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass Kuba derzeit bemüht ist, seine traditionellen Allianzen zu festigen, um den Folgen der verschärften Konfrontation mit den USA entgegenzuwirken.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/8zw93)
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