Neues aus Kuba
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Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einem seltenen öffentlichen Auftritt die Solidarität seines Landes mit Kuba bekräftigt und die bilateralen Beziehungen als eng, stabil und strategisch beschrieben. Während er zu anderen internationalen Krisen schwieg, stellte Putin die Unterstützung für die kubanische Souveränität ausdrücklich heraus.
16.01.2026 08:42 Uhr
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Nach zweiwöchiger öffentlicher Abwesenheit hat Russlands Präsident Wladimir Putin Mitte Januar wieder Stellung zur internationalen Lage bezogen. Bei der Entgegennahme der Beglaubigungsschreiben von mehr als 30 neuen Botschaftern im Kreml nutzte er die Gelegenheit, die Beziehungen zu Kuba ausdrücklich hervorzuheben und Moskaus Unterstützung für die Souveränität und Unabhängigkeit der Karibikinsel zu bekräftigen. Kuba nahm in Putins Rede eine auffällig prominente Rolle ein, während er zu anderen internationalen Krisen – etwa Venezuela oder Iran – schwieg.
Putin erklärte, Russland habe Kuba „immer unterstützt und unterstützt es weiterhin“ und solidarisiere sich mit der Entschlossenheit der kubanischen Führung, ihre staatliche Unabhängigkeit mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien „wirklich solide und freundschaftlich“. An den neuen kubanischen Botschafter in Moskau, Enrique Orta González, gerichtet, unterstrich Putin den besonderen Charakter der bilateralen Partnerschaft, die auf gegenseitiger Sympathie der Bevölkerungen beruhe und sich in konkreten Kooperationsprojekten niederschlage. Nach Angaben des Kremls arbeiten Russland und Kuba derzeit gemeinsam in zentralen Wirtschaftsbereichen wie Energie, Metallurgie, Verkehrsinfrastruktur und Medizin zusammen. Darüber hinaus würden kulturelle und humanitäre Austauschprogramme ausgebaut. Die russische Führung stellt Kuba damit erneut als verlässlichen Partner in Lateinamerika dar – in einer Phase wachsender globaler Spannungen und zunehmender Blockbildung. Am Donnerstag (15.) kritisierte Russland zudem die Drohungen der USA gegenüber Kuba scharf. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärte: „Wir sind überzeugt, dass die Sprache der Erpressung und der Drohungen einfach inakzeptabel ist, insbesondere gegenüber der Insel der Freiheit, ihrem Volk und ihrer Regierung, die seit Jahrzehnten die volle Härte illegitimer und illegaler Sanktionen erfahren.“ Moskau beobachte „die wachsenden Spannungen und die Eskalation aggressiver Rhetorik“ in Lateinamerika und der Karibik sehr genau (Reuters, 15. Januar 2026). In seiner grundsätzlichen Rede zeichnete Putin ein Bild einer zunehmend instabilen Weltordnung, in der das Völkerrecht unter Druck stehe und die „Logik des Stärkeren“ den Dialog ersetze. Viele Staaten litten darunter, dass sie nicht über ausreichende Ressourcen verfügten, um ihre Souveränität zu schützen. Vor diesem Hintergrund forderte er einen gerechteren, multipolaren Ordnungsrahmen, in dem jedes Land das Recht habe, seinen eigenen Entwicklungsweg zu wählen und seine kulturelle Identität ohne äußere Einmischung zu bewahren – eine Formulierung, die auch auf Kuba zugeschnitten erscheint. Bemerkenswert ist, dass Putin trotz der jüngsten Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte nicht auf Venezuela einging, Kuba jedoch explizit erwähnte. Das unterstreicht den besonderen Stellenwert Havannas in der russischen Außenpolitik. Während das russische Außenministerium die Festnahme Maduros scharf kritisierte, blieb Putins eigene Wortwahl auf Kuba fokussiert und vermied direkte Konfrontation mit Washington. Die erneute Solidaritätsbekundung aus Moskau kommt für Kuba zu einem Zeitpunkt anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten und internationaler Isolation. Russland signalisiert damit nicht nur politische Rückendeckung, sondern auch die Bereitschaft, die strategische Partnerschaft praktisch weiterzuentwickeln. Für Havanna ist dies ein wichtiges außenpolitisches Signal – und für Moskau ein weiterer Baustein in dem Anspruch, als Schutzmacht souveräner Staaten gegen westlichen Einfluss aufzutreten.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/ai00t)
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