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Die russische Duma hat das im März vereinbarte Militärkooperationsabkommen mit Kuba ratifiziert. Das Abkommen soll die bilaterale Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich rechtlich festigen und die traditionellen Beziehungen zwischen beiden Staaten stärken. Gleichzeitig werfen die USA Washington die massive Beteiligung kubanischer Söldner im russischen Krieg gegen die Ukraine vor.
08.10.2025 09:30 Uhr
Die russische Duma hat am Dienstag (7.) das zwischen Moskau und Havanna im März unterzeichnete Abkommen über militärische Zusammenarbeit ratifiziert. Laut Regierungsangaben soll das Dokument die rechtlichen Grundlagen für die bilaterale Kooperation schaffen und die seit der Sowjetzeit bestehenden Beziehungen in der Verteidigungsfrage weiter stärken. Das Abkommen regelt die „Ziele, Richtungen und Formen“ der Zusammenarbeit und festigt die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern.
Die Entscheidung fällt in eine Phase erhöhter internationaler Aufmerksamkeit. Die USA werfen Havanna die Beteiligung kubanischer Staatsbürger als Söldner im russischen Krieg gegen die Ukraine vor. Ein internes Memo des US-Außenministeriums, das an Diplomaten verteilt wurde, schätzt die Zahl der eingesetzten Kubaner auf 1.000 bis 5.000. Demnach sei Kuba nach Nordkorea die zweitgrößte Quelle ausländischer Kämpfer für die russische Armee. Das Dokument wirft der kubanischen Regierung vor, ihre Bürger nicht ausreichend vor Rekrutierung durch Moskau geschützt zu haben. Bereits im Mai hatte die kubanische Widerstandsbewegung in Miami von bis zu 20.000 für Russland rekrutierten Kubanern berichtet, von denen zwischen 200 und 300 im Krieg ums Leben gekommen seien. Die Zahlen verdeutlichen die Ausweitung der militärischen Beziehungen über formale Kooperation hinaus und zeigen die enge Verflechtung der beiden Staaten in sicherheits- und geopolitischen Fragen. Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund der schwersten Wirtschaftskrise Kubas seit Jahrzehnten. Mangel an Grundgütern, steigende Inflation, strukturelle Produktionsschwächen und wiederkehrende Stromausfälle belasten die Bevölkerung erheblich. Beobachter sehen in der engeren Kooperation mit Russland nicht nur eine militärische, sondern auch eine politische und wirtschaftliche Stütze für die Insel. In den vergangenen Jahren hat Kuba seine Beziehungen zu Moskau kontinuierlich ausgebaut, insbesondere in den Bereichen Energie, Handel und Verteidigung. Die Ratifizierung des Abkommens legt die Kooperation nun auf einen klar definierten rechtlichen Rahmen. International sorgt sie jedoch für Besorgnis: Die Beteiligung kubanischer Söldner an der russischen Armee bindet die Insel stärker in den Konflikt zwischen Russland und dem Westen ein und könnte die außenpolitische Position Havannas weiter belasten. Die Situation verdeutlicht, wie eng wirtschaftliche Notlagen, geopolitische Interessen und militärische Kooperation auf Kuba miteinander verwoben sind. Während Russland das Abkommen als Schritt zur Stabilisierung der Partnerschaft wertet, bleibt unklar, welche Folgen die militärische Einbindung kubanischer Bürger für die internationale Reputation der Insel haben wird.
Quelle: EFE (https://t1p.de/bp7gp)
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Text: Leon Latozke
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