Neues aus Kuba
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Die Energiekrise in Kuba verschärft sich: Russland rät von Reisen ab und suspendiert Flüge. Gleichzeitig plant Moskau humanitäre Öllieferungen, um Engpässe zu lindern.
12.02.2026 11:30 Uhr
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Die russische Regierung hat ihren Staatsbürgern geraten, vorerst nicht nach Kuba zu reisen. Hintergrund sind die erheblichen Versorgungsengpässe auf der Karibikinsel infolge des US-Embargos gegen kubanisches Öl. In einer Pressekonferenz erklärte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Mittwoch, das russische Wirtschaftsministerium habe „allen, die eine Reise dorthin planen, geraten, die aktuelle Lage zu berücksichtigen“ und „bis zur Normalisierung der Situation“ auf touristische Reisen zu verzichten.
Die Empfehlung geht einher mit Aufforderungen an Reiseveranstalter und Fluggesellschaften, touristische Dienstleistungen und Flüge nach Kuba vorübergehend auszusetzen. Russische Airlines sollen demnach ihre Verbindungen nur noch für Rückholflüge russischer Touristen nutzen, die derzeit auf der Insel festhängen. Russland ist nach Kanada die zweitwichtigste Quelle für ausländische Gäste in Kuba – im vergangenen Jahr reisten rund 131.000 Russinnen und Russen auf die Insel. Trotz der Reisesperre plant Moskau offenbar Hilfsmaßnahmen für Kuba: Wie Quellen der russischen Botschaft in Havanna gegenüber der Zeitung Izvestia berichteten, sollen bald neue Lieferungen von Rohöl und Ölprodukten als humanitäre Hilfe auf die Insel gebracht werden. Die letzte russische Öllieferung umfasste 100.000 Tonnen Rohöl und erfolgte im Februar 2025 auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass beide Länder Wege prüfen, die Energiekrise in Kuba abzumildern. Sacharowa betonte, dass äußere Kräfte versuchten, die Krise durch Blockaden des Luftverkehrs und der Energieversorgung zu verschärfen, um Unzufriedenheit in der Bevölkerung und bei ausländischen Gästen zu erzeugen. Die kubanische Regierung hatte bereits am vergangenen Sonntag internationale Fluggesellschaften gewarnt, dass die Insel ab Montag ohne Treibstoff für die Luftfahrt auskommen müsse. Das Land steht damit vor einer akuten Energiekrise, die den zivilen und touristischen Verkehr massiv einschränkt. Die Kombination aus US-Sanktionen und logistischen Engpässen verschärft die Lage weiter, während Russland als enger Partner Havannas auftritt und durch Hilfslieferungen zumindest kurzfristige Entlastung bieten möchte. Die Entwicklungen markieren eine neue Eskalationsstufe im geopolitischen Ringen um Kuba: Das Land steht unter erheblichem externem Druck, während seine wichtigsten Verbündeten versuchen, die Versorgungslücken zumindest teilweise zu schließen. Für russische Touristen bedeutet dies vorerst Reisestopp, für die kubanische Wirtschaft und Bevölkerung bleiben die Aussichten angespannt.
Der Artikel wurde zuerst bei Mundus Novus 24 veröffentlicht.
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