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Mit Cuban Christmas legt die Hornistin Sarah Willis gemeinsam mit kubanischen Musikerinnen und Musikern ein Weihnachtsalbum vor, das klassische Werke und internationale Festtagslieder mit den Rhythmen Kubas verbindet. Salsa, Mambo und Son treffen auf Bach, Tschaikowsky und bekannte Weihnachtsklassiker.
21.12.2025 09:30 Uhr
Mit ihrem aktuellem Album Cuban Christmas knüpft die Hornistin Sarah Willis an den Erfolg von Mozart y Mambo an und rückt erneut Kuba in den Mittelpunkt eines genreübergreifenden Projekts. Gemeinsam mit ihrem Ensemble „The Sarahbanda“, bestehend aus renommierten kubanischen Musikerinnen und Musikern, interpretiert sie bekannte Weihnachtsklassiker sowie Werke der klassischen Musik im idiomatischen Klanggewand der Karibik.
Im Zentrum steht dabei weniger die klassische Weihnachtstradition Europas als vielmehr die musikalische Praxis Kubas, in der Tanz, Rhythmus und kollektives Erleben eine zentrale Rolle spielen. Willis beschreibt Weihnachten auf der Insel als Zeit spontaner Feste, bei denen Salsa, Mambo, Bolero und Son den Takt vorgeben. Diese Perspektive prägt auch das Album: We Wish You a Merry Christmas erhält einen ausgeprägten Salsa-Groove, Jingle Bells wird zum Mambo, während White Christmas jazzige Akzente trägt. Für das kubanische Kolorit sorgen unter anderem die Pianisten Ernesto Oliva und Edgar Olivero, mehrere renommierte Perkussionisten sowie Bläser wie Yuniet Lombida und Harold Madrigal Frías. Eine besondere Rolle spielt der Sänger Carlos Calunga, bekannt durch den Buena Vista Social Club, der auf mehreren Stücken zu hören ist. Seine Beiträge, etwa zu The Christmas Song oder Feliz Navidad, verankern das Projekt deutlich in der populären Musiktradition Kubas.
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Auch klassische Werke werden neu gelesen: Bachs 3. Brandenburgisches Konzert und Tschaikowskys Nussknacker-Suite erscheinen in Arrangements, die barocke beziehungsweise spätromantische Strukturen mit karibischer Rhythmik verbinden. Diese Bearbeitungen zählen zu den ambitioniertesten Teilen des Albums, auch wenn sie nicht durchweg überzeugen. Insbesondere die Nussknacker-Adaptionen gelten als musikalisch reizvoll, bleiben jedoch eher episodisch. Als besondere Rarität hebt sich das kubanische Weihnachtslied Criolla Navidad hervor, das dem Album eine authentische historische Dimension verleiht. Solche Bezüge zur musikalischen Alltagskultur Kubas hätten dem Projekt insgesamt noch mehr Tiefenschärfe verleihen können. Kubanische Weihnachten mit klassischem Einschlag – I ist weniger ein künstlerischer Durchbruch als ein sorgfältig produziertes Crossover-Album. Für Hörerinnen und Hörer, die eine alternative, karibisch geprägte Annäherung an die Weihnachtszeit suchen, bietet es jedoch einen eigenständigen und hörenswerten Blick auf die Musik Kubas. Autor: Leon Latozke
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