Neues aus Kuba
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24.04.2026 10:00 Uhr
Kuba und China vertiefen ihre Energiekooperation: Bei einem Treffen in Havanna prüften Expertinnen und Experten beider Länder die Möglichkeiten zur Ölförderung sowie zur Erschließung geothermischer Energiequellen auf der Insel. Ziel ist die langfristige Energiesouveränität der Karibikinsel.
Kuba und China vertiefen ihre ohnehin engen Beziehungen im Energiesektor: Nach Medienberichten kamen Fachleute und Wissenschaftler beider Nationen in Havanna zusammen, um gemeinsam an einer langfristigen Energiestrategie für die Karibikinsel zu arbeiten. Ziel der Kooperation ist es, die Abhängigkeit von externen Energiequellen zu reduzieren und die Energiesouveränität des Inselstaates zu stärken. Konkret geht es um die Erkundung von Öl- und Gasvorkommen ebenso wie um die Nutzung geothermischer Energiequellen, die im vulkanisch geprägten Untergrund Kubas vermutet werden.
Die Zusammenarbeit beschränkt sich jedoch nicht auf die Förderung fossiler Brennstoffe. Ein zentraler Punkt der Gespräche war auch die Erschließung jener Rohstoffe, die für die Produktion von Solaranlagen und anderen Komponenten der erneuerbaren Energien benötigt werden. Zudem planen die Partnerländer die Erstellung eines geochemischen Atlas für Kuba. Dieses Nachschlagewerk soll die mineralischen und energetischen Ressourcen des Landes systematisch erfassen und somit die Grundlage für zukünftige Projekte bilden. An dem Treffen nahmen auf kubanischer Seite unter anderem Geologen des Zentrums für Erdölforschung (Ceinpet) teil. Chinesische Vertreter kamen unter anderem von der Firma Great Wall Drilling, einem Unternehmen, das auf Bohrungen in schwierigem Terrain spezialisiert ist. Für Kuba, das unter strengen US-Sanktionen leidet und kaum Zugang zu moderner Bohrtechnik hat, eröffnet die Partnerschaft mit der Volksrepublik neue Wege, technologische Lücken zu schließen. Chinesische Labore und Ausrüstung ermöglichen Analysen, die auf der Insel selbst derzeit nicht durchführbar wären. Hintergrund der Initiative ist die fortgesetzte Energieblockade der Vereinigten Staaten gegen Kuba. Diese hat bereits zu erheblichen Engpässen in der Stromversorgung und zu Belastungen für die Zivilbevölkerung geführt. Erst im Februar hatte die kubanische Regierung deshalb Notstandsmaßnahmen erlassen und den beschleunigten Ausbau von Solarparks angekündigt. Zwar gelang es dem Land im vergangenen Jahr, die Kapazität zur Erzeugung erneuerbarer Energien um 350 Prozent zu steigern. Dennoch decken diese Quellen derzeit nur etwa neun Prozent des täglichen Strombedarfs. Es bleibt abzuwarten, ob die neu eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um die Energiekrise nachhaltig zu entschärfen. Die nun vereinbarte Kooperation mit China könnte hier einen wichtigen Beitrag leisten, auch wenn die konkreten Projekte noch in der Planungsphase stecken.
Quelle: Telesur (https://t1p.de/x9wbe)
Autor: Leon Latozke
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