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18.08.2026 10:00 Uhr
Neue Onei-Zahlen: Bei Zehn- bis 14-Jährigen in Kuba bleiben Schwangerschaften auf Fünfjahreshoch. Das Gesundheitsministerium warnt vor Erwachsenen-Beziehungen.
Die Zahl der Schwangerschaften bei zehn- bis 14-jährigen Mädchen in Kuba hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf dem höchsten Niveau eingependelt. Wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Nationalen Amtes für Statistik und Information (Onei) hervorgeht, lag die Rate in dieser Altersgruppe zwischen 1,3 je 1000 Mädchen im Jahr 2021 und 1,4 im Jahr 2025.
Bei den älteren Jugendlichen zeichnet sich dagegen ein gegenläufiger Trend ab: In der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen sank der Wert im selben Zeitraum von 48,5 auf 43,2. Große Unterschiede zwischen den Provinzen
Regional fallen die Zahlen sehr unterschiedlich aus. Bei den jüngsten Betroffenen verzeichnete die westkubanische Provinz Mayabeque mit 2,2 Prozent den höchsten Wert, gefolgt vom östlichen Guantánamo mit 2,0 Prozent sowie Granma und Holguín mit jeweils 1,9 Prozent. Dahinter folgen Camagüey im Zentrum-Osten mit 1,8 Prozent, Pinar del Río mit 1,7 Prozent sowie Las Tunas und Sancti Spíritus mit jeweils 1,4 Prozent.
Das Statistikamt bezeichnet die Entwicklung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie schränke die Entwicklungsmöglichkeiten von Mädchen und Jugendlichen ein, heißt es in dem Bericht. Ziel müsse eine Gesellschaft sein, in der jede Schwangerschaft gewollt und jede Geburt risikoarm sei. Ministerium spricht von zunehmender Zahl sehr junger MütterNach Angaben des Gesundheitsministeriums (MINSAP) entfallen 18 Prozent aller Teenagerschwangerschaften auf Mädchen unter 14 Jahren. Vizegesundheitsminister Reinol García Moreiro nannte die Zahlen besorgniserregend und verwies auf einen Anstieg bei den Geburten von Müttern unter 15 Jahren: 2021 waren es 381, im Jahr darauf 397 und 2023 bereits 419. Als eine der Hauptursachen benannte García Moreiro Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen. Die Behörden stufen Teenagerschwangerschaften in Kuba offiziell als ernstes soziales und gesundheitliches Problem ein; rund 18 bis 19 Prozent aller Geburten gehen demnach auf Mütter zwischen 15 und 19 Jahren zurück. Eine Insel, die schrumpft
Die Debatte fällt in eine Phase, in der sich die demografische Lage der Insel dramatisch zuspitzt. Kuba schloss das Jahr 2025 mit lediglich 68.051 Geburten und einer auf 9,4 Millionen Menschen geschrumpften Bevölkerung ab – ein Ergebnis von Geburtenrückgang, Überalterung und anhaltender Massenauswanderung. Dass ausgerechnet in der jüngsten Altersgruppe die Werte stabil hoch bleiben, während sie bei den 15- bis 19-Jährigen zurückgehen, verweist weniger auf Reproduktionsverhalten als auf ein Schutzproblem: Schwangerschaften bei Zehn- bis 14-Jährigen gelten international als Indikator für sexualisierte Gewalt und Ausbeutung.
Autor: Leon Latozke
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