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Schwerer Busunfall in Zentralkuba: Dutzende Verletzte bei Zusammenstoß zweier staatlicher Omnibusse23/9/2025
Bei einem schweren Verkehrsunfall in der zentralkubanischen Provinz Villa Clara sind mindestens 49 Menschen verletzt worden, darunter mehrere Minderjährige. Zwei Erwachsene erlitten lebensbedrohliche Verletzungen.
24.09.2025 07:19 Uhr
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Bei einem schweren Verkehrsunfall in der zentralkubanischen Provinz Villa Clara sind am Montagmorgen (22.) mindestens 49 Menschen verletzt worden, darunter neun Minderjährige. Zwei Erwachsene erlitten lebensbedrohliche Verletzungen, zwei weitere gelten als schwer verletzt. Der Zusammenstoß ereignete sich nach Angaben der Behörden auf der Straße nach Esperanza, unweit des Ortes Ranchuelo. Beteiligt waren ein Yutong-Reisebus, der Arbeiter der nahe gelegenen Pharmaproduktionsstätte Farmacuba abholen sollte, sowie eine „Diana“-Guagua, die Passagiere auf der Strecke San Juan–Santa Clara beförderte. Zudem war ein von Pferden gezogener Wagen in den Unfall verwickelt.
Die beiden Erwachsenen in kritischem Zustand werden im Krankenhaus Arnaldo Milián Castro in Santa Clara operiert – einer wegen einer offenen Thoraxfraktur, der andere aufgrund einer eingedrückten Schädelverletzung. Unter den Schwerverletzten befinden sich ein weiterer Erwachsener mit einer komplexen Becken- und Beinfraktur sowie ein Jugendlicher mit Schädeltrauma. Die übrigen Opfer gelten als polytraumatisiert oder erlitten leichtere Verletzungen. Die fünf verletzten Kinder werden im Kinderkrankenhaus José Luis Miranda in Santa Clara versorgt. Laut Polizeibericht könnte der Unfall passiert sein, als der Diana-Bus dem Pferdewagen ausweichen wollte und mit dem Yutong kollidierte. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes war es noch dunkel, was die Sicht zusätzlich erschwert haben dürfte. Das Innenministerium untersucht die genaue Ursache. Vor Ort machten sich neben Rettungskräften und Feuerwehr auch hochrangige Vertreter der Provinz ein Bild von der Lage, darunter Susely Morfa González, Erste Sekretärin des Provinzkomitees der Kommunistischen Partei, sowie Gouverneurin Milaxy Yanet Sánchez Armas. Verkehrsunfälle sind auf Kuba ein Dauerproblem. Nach offiziellen Angaben registrierte das Land 2024 insgesamt 7.507 Unfälle – rund zwölf Prozent weniger als im Vorjahr –, dennoch bleiben sie eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen und Todesfälle. Offizielle Stellen verweisen auf menschliches Fehlverhalten und Alkohol am Steuer als Hauptursachen; nur ein geringer Teil der Unfälle werde direkt auf den technischen Zustand der Straßen zurückgeführt. Dennoch sind laut Transportministerium lediglich 29 Prozent des Straßennetzes in gutem Zustand, 31 Prozent gelten als „mittelmäßig“ und 40 Prozent als „schlecht“. Parallel dazu hat sich der Einsatz von Pferdewagen auf der Insel aufgrund chronischer Treibstoffknappheit stark ausgeweitet. Immer wieder werden diese langsamen Fahrzeuge in Unfälle verwickelt – erst im Februar kamen bei einer Kollision mit einem Pkw in Ciego de Ávila zwei Menschen ums Leben. Der aktuelle Zusammenstoß in Villa Clara verdeutlicht die Risiken, die sich aus der Kombination von veralteter Infrastruktur, improvisierten Transportlösungen und eingeschränkter Treibstoffversorgung ergeben. Die Behörden haben angekündigt, die Unfallursache gründlich aufzuklären und die Versorgung der Verletzten zu sichern.
Quellen: EFE (https://t1p.de/a9mfv), Cubadebate (https://t1p.de/i3syb)
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Text: Leon Latozke
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