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30.08.2026 10:00 Uhr
Unicef hat 213.000 Fläschchen Schwangerschaftsvitamine nach Kuba geflogen, bezahlt von Südkorea. Weil der Seetransport ausfiel, wich das Hilfswerk auf die Luftfracht aus.
Abbildung: Seeweg blockiert – Unicef bringt Prenatal-Präparate per Flugzeug nach Kuba. Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Die Lieferung hätte per Schiff kommen sollen. Gekommen ist sie im Flugzeug. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) hat 213.000 Fläschchen mit Nahrungsergänzungsmitteln für Schwangere nach Kuba gebracht, nachdem sich der Seetransport nicht realisieren ließ. Stattdessen nutzte die UN-Agentur die Luftverbindung zwischen Panama-Stadt und Havanna. Die dadurch entstandenen Zusatzkosten übernahm Unicef nach eigenen Angaben aus eigenen Mitteln – Leben zu retten könne nicht warten, teilte die Organisation am Freitag über soziale Netzwerke mit. Über den Vorgang berichtete zunächst die Nachrichtenagentur EFE.
Bezahlt wurde die Ware von der Regierung Südkoreas. Nach Unicef-Angaben soll die Menge ausreichen, um rund 30.430 schwangere und stillende Frauen auf der Insel über den gesamten Behandlungszeitraum von Schwangerschaft und Stillzeit hinweg zu versorgen. Warum der Seeweg ausfiel, teilte das Hilfswerk nicht mit. Die Rede ist lediglich davon, dass ein maritimer Versand nicht möglich gewesen sei. Das lässt offen, ob logistische Engpässe, fehlende Reedereikapazitäten oder die für Kuba-Frachten typischen Versicherungs- und Bankhürden den Ausschlag gaben. Fest steht: Der Umweg über die Luftfracht ist um ein Vielfaches teurer und für Hilfsorganisationen normalerweise die letzte Option. Seoul als neuer Akteur
Für Südkorea ist es nicht die erste Lieferung: Im Dezember gingen 24.600 Tonnen Reis auf die Insel, vor allem für Regionen, die der Hurrikan „Melissa" getroffen hatte. Die diplomatische Grundlage dafür ist jung. Erst seit Februar 2024 unterhalten beide Staaten wieder offizielle Beziehungen; die Ankündigung fiel in New York, Botschaften folgten kurz darauf in Havanna und Seoul.
Damit etabliert sich Südkorea binnen zweieinhalb Jahren als sichtbarer humanitärer Geber in einem Land, das lange fast ausschließlich auf Partner wie Russland, China oder Venezuela zählte. Der Reputationsgewinn ist beträchtlich – die Kosten für Seoul überschaubar. Ein Gesundheitssystem am Tropf
Kuba steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Lebensmittel und Medikamente sind knapp; seit Januar kommt der von Washington verhängte Ölriegel hinzu, flankiert von weiteren Sanktionen.
Bemerkenswert ist weniger die Spende selbst als das, wofür sie steht. Pränatale Vitaminpräparate gehören zur Basisversorgung jedes Gesundheitssystems. Dass sie in Kuba – jahrzehntelang als Exportschlager der Revolution vermarktet, mit Kennziffern in der Kindergesundheit, die das Land international vorzeigte – inzwischen von einer UN-Agentur mit koreanischem Geld eingeflogen werden müssen, ist ein Befund für sich. Die staatliche Pharmaproduktion, einst Devisenbringer, kann den Eigenbedarf nicht mehr decken. Für die betroffenen Frauen zählt zunächst nur, dass die Fläschchen ankommen. Offen bleibt, wie die Verteilung im Land organisiert wird: Kontrollmechanismen dafür nennt Unicef nicht.
Quellen: SWI swissinfo.ch (EFE), Unicef Cuba
Autor: Leon Latozke
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