Neues aus Kuba
Sherritt International löst Kuba-Geschäfte doch nicht auf und hält an Gemeinschaftsunternehmen fest20/5/2026
20.05.2026 07:00 Uhr
Der kanadische Minenkonzern wird seine Anteile in Kuba nicht wie geplant aufgeben. Trotz der verschärften US-Sanktionen und der ausgesetzten operativen Beteiligung an Joint Ventures sucht das Unternehmen nun nach Wegen, den Wert seiner kubanischen Interessen zu erhalten.
Die kanadische Bergbaugesellschaft Sherritt International gab am Dienstag bekannt, dass es seine Anteile in Kuba, einschließlich des Gemeinschaftsunternehmens mit der staatlichen General Nickel Company, nicht auflösen wird. Allerdings bleibt die direkte Beteiligung an den Aktivitäten auf der Insel wegen der verschärften US-Sanktionen weiterhin ausgesetzt. Der Konzern mit Sitz in Toronto erklärte in einer Mitteilung, dass er nach weiteren Gesprächen mit Beratern, Interessengruppen und Regierungsbehörden beschlossen habe, die am 15. Mai angekündigten Schritte zur Auflösung und zum Rückzug nicht weiterzuverfolgen.
Erst vor wenigen Tagen hatte Sherritt die sofortige Einstellung seiner direkten Beteiligung an kubanischen Joint Ventures bekannt gegeben, nachdem US-Präsident Donald Trump am 1. Mai eine Exekutivanordnung unterzeichnet hatte, die die Sanktionen gegen Kuba ausweitete. Das Unternehmen leitete damals auch die Rückführung seiner entsandten Mitarbeiter ein und warnte davor, dass es formell unter das neue Sanktionsregime fallen könnte. Die nun erfolgte Kehrtwende markiert einen deutlichen Bruch mit der vorherigen Strategie, mit der Sherritt seine kubanischen Vermögenswerte abstoßen wollte, um die praktischen Auswirkungen der neuen US-Maßnahmen zu begrenzen. Sherritt betonte, dass es weiterhin nicht direkt an den Aktivitäten seiner Joint Ventures in Kuba teilnehmen werde, während es mit Beratern und Behörden an "geeigneten Schritten" arbeite, um auf die US-Exekutivanordnung zu reagieren. Dem Unternehmen sei vorläufig eine "mögliche Gelegenheit zur Werterhaltung" in Aussicht gestellt worden, räumte jedoch ein, dass es keine Garantie für die Realisierung dieses Vorhabens gebe. Die Gesellschaft warnte zudem, dass sie trotz aktiver Erwägungen und Zusammenarbeit mit Interessengruppen zur Bewältigung der Exekutivanordnung weiterhin mit schwerwiegenden operativen, finanziellen und rechtlichen Problemen konfrontiert sei, einschließlich ihrer Fähigkeit, die Klauseln ihrer Schuldenverträge zu erfüllen. Sherritt zählt zu den größten ausländischen Investoren in Kuba und ist an der Förderung von Nickel und Kobalt in der Region Moa beteiligt. Darüber hinaus hält das Unternehmen Anteile an Energas, einem der bedeutendsten unabhängigen Stromproduzenten der Insel. Die USA hatten in diesem Monat Moa Nickel, das Gemeinschaftsunternehmen von Sherritt mit der staatlichen kubanischen General Nickel Company, mit Sanktionen belegt. Dieser Schritt ist Teil einer Offensive gegen strategische Sektoren der kubanischen Wirtschaft. Nach der Ankündigung von Sherritt am 7. Mai, Kuba aufgrund der US-Sanktionen zu verlassen, traten der Vorstandsvorsitzende Brian Imrie, die Finanzvorständin Yasmin Gabriel, der externe Wirtschaftsprüfer Deloitte sowie zwei weitere Vorstandsmitglieder von ihren Ämtern zurück. Sherritt räumte ein, dass diese Rücktritte zusammen mit den operativen und governancebezogenen Störungen infolge der US-Exekutivanordnung die Fähigkeit des Unternehmens beeinträchtigt hätten, seine Ergebnisse für das erste Quartal vorzulegen.
Quelle: EFE (https://t1p.de/doqqx)
Autor: Leon Latozke
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