Neues aus Kuba
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20.07.2026 10:00 Uhr
![]() Sieben Tonnen Hilfsgüter, 6.200 Seemeilen, ein Ziel: Nach sechswöchiger Atlantiküberquerung hat das Segelschiff „Astral" der spanischen NGO Open Arms Havanna erreicht
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Nach einer sechswöchigen Atlantiküberquerung hat das Segelschiff „Astral" der spanischen Organisation Open Arms am Sonntag im Hafen von Havanna festgemacht. An Bord: sieben Tonnen humanitäre Hilfsgüter für das Kinderkrankenhaus Juan Manuel Márquez, eines der wichtigsten pädiatrischen Zentren der kubanischen Hauptstadt.
Das Schiff war im Mai in Barcelona gestartet und legte auf dem Weg nach Kuba rund 6.200 Seemeilen zurück. Finanziert wurde die Fracht – Solarpaneele, Ersatzbatterien und medizinisches Material – durch Spenden von mehr als 4.000 Privatpersonen, die insgesamt über 160.000 Euro zusammentrugen. Organisiert wurde die Mission im Rahmen der Initiative „Rumbo a Cuba" („Kurs auf Kuba"), an der sich nach Angaben der Organisatoren mehr als 150 soziale und politische Gruppen beteiligen. Ziel der Spende ist es, der Intensivstation, der Zwischenpflege und dem klinischen Labor des Kinderkrankenhauses eine unabhängige Energieversorgung zu verschaffen – in einem Land, das seit Monaten mit chronischen Stromausfällen kämpft. „Ihr seid die wahren Helden"
Bei der Ankunftszeremonie richtete sich Open-Arms-Gründer Óscar Camps direkt an die kubanische Bevölkerung. Es handle sich um eine „bescheidene Zusammenarbeit, die die Organisation mit Unterstützung des spanischen Volkes" leiste, sagte der Aktivist. Ziel sei es, die humanitären Auswirkungen des US-Embargos auf das Karibikland sichtbar zu machen.
Camps würdigte den Durchhaltewillen der Kubaner, die einen „unmenschlichen" Blockade-Zustand ertrügen. Die Botschaft aus Spanien laute: „Ihr seid nicht allein, das hier ist erst der Anfang." Er hoffe, dass weitere Organisationen dem Beispiel folgen würden. Deutliche Worte fand Camps auch zur rechtlichen Bewertung der US-Sanktionspolitik: Es handle sich um eine „flagrante Verletzung des Völkerrechts, der Menschenrechte und internationaler Abkommen". Er verwies zudem darauf, dass die katalanische Regionalregierung inzwischen eine halbe Million Euro für Organisationen bereitgestellt habe, die in Kuba aktiv sind – eine direkte Folge der Aufmerksamkeit, die die Mission erzeugt habe. Europäische Abgeordnete an Bord
Die Delegation von „Rumbo a Cuba" umfasst mehrere Europaabgeordnete: Miguel Urbán Crespo, Mitgründer der spanischen Linkspartei Podemos, Ana Miranda vom Bloque Nacionalista Galego, Su Moreno von der katalanischen Candidatura de Unidad Popular sowie Aida Llauradó von den Comunes. Die Gruppe nahm bereits am Samstag an einer Veranstaltung im Kulturinstitut Casa de las Américas teil. Für Montag ist ein Besuch im Kinderkrankenhaus sowie eine Aktivität mit Kindern in einem Kulturzentrum Havannas geplant.
Zweite Solidaritätsmission binnen weniger Monate
Die Ankunft der „Astral" ist nicht die erste Aktion dieser Art in diesem Jahr: Im März hatte Kuba bereits den „Convoy Nuestra América" empfangen, eine von Mexiko aus gestartete Flottille mit 14 Tonnen Lebensmitteln, Medikamenten und Solarpaneelen.
Der Hintergrund beider Missionen ist die schwere Energiekrise, die die Insel seit Mitte 2024 erfasst hat und sich seit Jahresbeginn durch verschärfte US-Erdölsanktionen weiter zugespitzt hat. Kubas Staatswirtschaft liegt nach eigenen Angaben nahezu still: Für das laufende Jahr wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von mindestens 6,5 Prozent erwartet – nach einem kumulierten Einbruch von über 15 Prozent in den vorangegangenen fünf Jahren.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/3jiwg)
Autor: Leon Latozke
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