Neues aus Kuba
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Der brasilianische Musiker und Schriftsteller Chico Buarque hat Kuba nach 34 Jahren erstmals wieder besucht – auf Einladung von Silvio Rodríguez. In Havanna nahmen beide eine Neuversion des Rodríguez-Klassikers Sueño con serpientes auf.
![]() Nach mehr als drei Jahrzehnten hat der brasilianische Musiker und Schriftsteller Chico Buarque erstmals wieder kubanischen Boden betreten. Buarque, 80, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der brasilianischen Populärmusik und Literatur – und folgte einer Einladung seines langjährigen Freundes Silvio Rodríguez. Der kubanische Liedermacher machte den Besuch am Mittwoch (8.) öffentlich: Er veröffentlichte auf Instagram ein Foto, das beide Männer auf dem Havannaer Malecón zeigt, im Hintergrund ein restaurierter Oldtimer, wie er das Stadtbild der kubanischen Hauptstadt seit Jahrzehnten prägt. Die Reise fällt in eine außenpolitisch aufgeladene Phase. Washington hat die Sanktionen gegen Havanna zuletzt erneut verschärft, die Versorgungslage auf der Insel bleibt angespannt, Strom- und Lebensmittelknappheit gehören zum Alltag. In der Bildunterschrift zu seinem Post beschrieb Rodríguez den Besuch ausdrücklich als „Demonstration der Solidarität mit dem kubanischen Volk und dem Land". Buarque war am Dienstag in Havanna gelandet; bereits am Donnerstag wollten die beiden Künstler gemeinsam im Studio stehen – für eine Neuaufnahme von Sueño con serpientes, einem der bekanntesten Lieder von Rodríguez. Die Freundschaft zwischen beiden reicht rund fünfzig Jahre zurück. Die neue Version des Klassikers soll zeitnah auf den gängigen Streaming-Plattformen erscheinen. In dem Beitrag heißt es, der Besuch „stärke die Verbindung zwischen zwei zentralen Figuren der lateinamerikanischen Musik, die seit Jahrzehnten durch gemeinsame ästhetische Überzeugungen und politisches Engagement miteinander verbunden sind". Rodríguez, Jahrgang 1946, hatte zuletzt international für Schlagzeilen gesorgt. Er forderte öffentlich eine Kalaschnikow, um Kuba im Falle eines militärischen Angriffs der USA verteidigen zu können. Die kubanischen Behörden überreichten ihm daraufhin eine Nachbildung. In einem anschließenden Interview mit El País präzisierte er seine Haltung: „Die Welt wird von einem autoritären, kriegslüsternen und räuberischen Regime regiert – und das ist nicht Kuba." Neben der musikalischen Zusammenarbeit hatte Buarques Reise auch eine humanitäre Komponente. Er übergab dem kubanischen Gesundheitsministerium eine Spende von Medikamenten. Begleitet wurde er von seiner Frau, der Rechtswissenschaftlerin Carol Proner, sowie deren Sohn Francisco, der als Fotograf fungierte. Im Unterschied zu seinen Generationsgenossen Caetano Veloso und Gilberto Gil, die beide weiterhin aktiv auf Tournee gehen, hat sich Buarque in den vergangenen Jahren weitgehend aus dem Konzertbetrieb zurückgezogen. 2023 wurde ihm in Portugal der Camões-Preis verliehen – die renommierteste Auszeichnung für Literatur in portugiesischer Sprache. Unter der Regierung Jair Bolsonaro war ihm der Preis trotz entsprechender Empfehlung der Jury jahrelang verweigert worden.
Quelle: EL PAÍS https://t1p.de/cspkl)
Autor: Leon Latozke
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