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Der Son Cubano, zentrale Säule der kubanischen Musiktradition, ist nun offiziell Immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Das Genre, entstanden im 19. Jahrhundert in Ostkuba, vereint afrikanische Perkussion mit spanischer Liedkultur und prägt bis heute das kulturelle Leben der Insel.
10.12.2025 10:30 Uhr
Der Son Cubano, eines der markantesten Elemente der kubanischen Musiktradition, wurde am Mittwoch (10.) in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die Entscheidung fiel während der 20. Sitzung des UNESCO-Komitees für Immaterielles Kulturerbe in Neu-Delhi und würdigt das Genre als „historisches Fundament“ der tanzbaren Musik Kubas. Laut der Präsidentin des Nationalen Rates für Kulturerbe Kubas, Sonia Virgen Pérez, ist die Anerkennung nicht nur ein Symbol für Kreativität und kollektive Erinnerung, sondern auch ein wichtiges Signal in Zeiten wachsender wirtschaftlicher Isolation durch den US-Blockade.
Der Son Cubano entstand im 19. Jahrhundert im Osten Kubas, insbesondere in den Provinzen Holguín und Santiago de Cuba, innerhalb afro-kubanischer Gemeinden. Sein Charakter prägt sich durch die Verschmelzung spanischer Liedtraditionen mit afrikanischer Perkussion. Bekannte Kompositionen wie „Chan Chan“ des legendären Soneros Compay Segundo verdeutlichen dies: Der Text beschreibt eine geografische Reise durch mehrere Städte der Ostprovinzen und spiegelt zugleich die soziale und kulturelle Verankerung des Genres wider. Anfang des 20. Jahrhunderts gelangte der Son nach Havanna und etablierte sich später in der Provinz Mayabeque, wo er zu einem zentralen Bestandteil des kubanischen Alltags- und Festlebens wurde. Kennzeichnend für den Son ist die Kombination von afrikanischer Perkussion mit melodischen Instrumenten wie dem tres cubano, einer kleinen Gitarre mit drei Doppelchören. Die UNESCO würdigte insbesondere die Vielfalt und rhythmische Komplexität des Genres, das als Produkt einer langen Geschichte von Transkulturation und kollektiver Erinnerung gilt. Die Musik des Son reflektiert die Verschmelzung europäischer und afrikanischer Einflüsse, die zur kubanischen Identität entscheidend beigetragen haben. Heute hat der Son Cubano internationale Bekanntheit erreicht, nicht zuletzt durch den Erfolg des Buena Vista Social Club, der Klassiker wie „Lágrimas negras“, „El cuarto de Tula“ oder „Son de la loma“ populär machte. Trotz dieser weltweiten Resonanz bleibt der Son in Kuba selbst lebendig: Er wird in Gemeinschaften gespielt, bei Feierlichkeiten interpretiert und gepflegt. Die UNESCO-Auszeichnung eröffnet dem Genre nun eine globale Bühne, auf der seine kulturelle und historische Bedeutung gewürdigt wird. Mit der Aufnahme in die Liste des Immateriellen Kulturerbes wird der Son Cubano nicht nur als musikalisches Phänomen, sondern auch als Spiegel der kubanischen Gesellschaft anerkannt. Das Genre dokumentiert den künstlerischen Austausch über Jahrhunderte hinweg, verbindet Erinnerung, Identität und Gemeinschaft und trägt zur internationalen Sichtbarkeit Kubas bei. In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen bietet die Anerkennung zugleich ein Symbol kultureller Resilienz und künstlerischer Vitalität.
Quelle: UNEESCO (https://t1p.de/qni4n)
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