Neues aus Kuba
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29.05.2026 09:00 Uhr
Acht mutmaßliche Schleuser wurden in Spanien festgenommen. Die Bande soll kubanischen Migranten gegen 3.000 Euro die illegale Einreise über Serbien ermöglicht haben.
Eine internationale Polizeioperation unter Beteiligung der spanischen Nationalpolizei, von EUROPOL und der serbischen Polizei hat zur Zerschlagung einer kriminellen Organisation geführt, die sich auf den Menschenschmuggel kubanischer Staatsbürger spezialisiert hatte. Wie das Innenministerium Spaniens am Mittwoch (27.) mitteilte, wurden insgesamt acht Verdächtige in den spanischen Provinzen Málaga und Zamora festgenommen, darunter die beiden mutmaßlichen Anführer der Bande. Ihnen wird vorgeworfen, mindestens 40 kubanischen Migranten die illegale Einreise nach Spanien ermöglicht zu haben – gegen Zahlungen von jeweils rund 3.000 Euro.
Die Täter lockten ihre Opfer mit einem sogenannten „Reisepaket“, das Flugtickets, Einladungsschreiben, Krankenversicherungen und Hotelreservierungen umfasste. Die Reise startete per Flugzeug von Kuba in die serbische Hauptstadt Belgrad. Dort wurden die Migranten von Mitgliedern der Organisation empfangen, die in dem Balkanland operierten. Sobald die Weiterreise möglich war, ging es auf dem Landweg weiter über Nordmazedonien, Griechenland, Italien und Frankreich bis nach Spanien. In mehreren Fällen wurden die Kubaner in Nordmazedonien einfach zurückgelassen, ohne Nahrung, oder Kommunikationsmittel – darunter auch Minderjährige. Die Opfer waren sich selbst überlassen und oft völlig orientierungslos. In Serbien hielt die Organisation die Migranten in heruntergekommenen Wohnungen und Gebäuden gefangen, die keinerlei Wohnstandards entsprachen. Unter Androhung von Gewalt wurde ihnen die Bewegungsfreiheit entzogen. Der spanische Zweig der Bande kümmerte sich um den letzten Teil der Reise. In der Provinz Málaga angekommen, wurden die Migranten angewiesen, wie sie ihren Aufenthaltsstatus legalisieren könnten. Die Täter rieten ihnen, den Verlust ihrer Pässe zu melden, um keine Spuren ihrer illegalen Route zu hinterlassen. Mit neuen Reisedokumenten konnten sie dann bei Asyl- und Schutzgesprächen behaupten, erst kürzlich in Spanien eingetroffen zu sein – ein Trick, der verhindern sollte, dass ihre Einreise über Serbien geprüft und ein Schutzantrag blockiert wird. Die kriminelle Organisation war professionalisiert und verfügte über ein komplexes Zahlungssystem. Um die Geldflüsse zu verschleiern, wurden nicht nur spanische und ausländische Bankkonten genutzt, sondern auch internationale Geldtransferdienste, Bezahl-Apps und auch Kryptowährungen. Eine Finanzanalyse ergab, dass die in Spanien ansässigen Verdächtigen insgesamt 2.252 Geldtransfers in Höhe von 380.775 Euro tätigten. Bei den Durchsuchungen in Torremolinos, Alhaurín de la Torre und Zamora stellten die Behörden 9.070 Euro und 7.120 kubanische Pesos in bar sicher, ebenso zwei Imitatwaffen, zwei Mobiltelefone, 24 Bankkarten sowie zahlreiche Dokumente. Zudem wurden 28 Bankkonten und Finanzprodukte eingefroren und beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauern an, und die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus.
Quelle: Spanisches Innnenministerium (https://t1p.de/pnril)
Autor: Leon Latozke
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