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20.08.2026 08:00 Uhr
Kubas Verbraucherpreise sind im Juli erneut kräftig gestiegen: Um 2,56 Prozent gegenüber dem Vormonat, im Jahresvergleich um 20,70 Prozent. Vor allem Speiseöl und Milchpulver verteuerten sich drastisch.
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Die Preise auf Kuba steigen weiter, und sie steigen schneller. Nach dem jüngsten Bericht der staatlichen Statistikbehörde Oficina Nacional de Estadística e Información (ONEI) legte der Verbraucherpreisindex im Juli gegenüber dem Vormonat um 2,56 Prozent zu. Seit Januar summiert sich die Teuerung damit auf 15,12 Prozent, die Teuerung binnen Jahresfrist kletterte auf 20,70 Prozent – ein Sprung von mehr als zwei Prozentpunkten binnen eines Monats. Im Vorjahreszeitraum hatte die Jahresrate noch bei 14,37 Prozent gelegen.
Wie schon in den Vormonaten sind es die Lebensmittel, die den Index nach oben ziehen. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 3,51 Prozent und trugen damit 63,18 Prozent zum Gesamtanstieg bei. Ihr Gewicht im Warenkorb ist so groß, dass andere Gruppen trotz höherer Zuwachsraten kaum ins Gewicht fallen: Alkoholische Getränke und Tabak verteuerten sich um 6,07 Prozent, Restaurants und Hotels um 3,68 Prozent. Am stärksten schlägt abgefülltes Speiseöl zu Buche. Offiziell registriert wurden Preise zwischen 1.400 Pesos je Liter in Pinar del Río und knapp 2.800 Pesos in Havanna. Milchpulver folgt mit 900 bis 1.500 Pesos je Pfund. Für Haushalte, deren Einkommen sich weiterhin überwiegend in staatlichen Lohntabellen bewegt, bedeutet das: Grundnahrungsmittel sind längst zu Luxusgütern geworden. Die übrigen Divisionen des Index bewegten sich moderater. Der Transport verteuerte sich um 1,05 Prozent und steuerte 4,06 Prozent zum Anstieg bei, verschiedene Waren und Dienstleistungen um 2,33 Prozent mit einem Effekt von 4,86 Prozent. Möbel und Haushaltsartikel stiegen um 2,22 Prozent, Wohnungsdienstleistungen um 1,60 Prozent, Bekleidung und Schuhe um 1,30 Prozent, Freizeit und Kultur um 0,80 Prozent. Die Kommunikationspreise blieben mit 0,08 Prozent nahezu unverändert, im Gesundheitsbereich sanken sie geringfügig um 0,01 Prozent. Entscheidend für die Einordnung ist, was die ONEI-Zahlen nicht abbilden. Sie erfassen ausschließlich den formellen Markt – und sie enden vor dem Inkrafttreten jener Maßnahmen, mit denen mehrere Provinzregierungen die Teuerung zu stoppen versuchen: Preisobergrenzen, Deckelung der Handelsspannen, Kontrollen und Bußgelder. Unabhängige kubanische Medien berichten, die Folgen seien auf den Straßen bereits sichtbar: Produkte verschwinden aus dem Angebot, die Preise auf dem informellen Markt steigen sprunghaft, zahlreiche Privatbetriebe schließen. Deutlich höher als die amtlichen Werte liegen unabhängige Berechnungen. Der US-Ökonom Steve Hanke, der über Wechselkursbewegungen auf dem Parallelmarkt rechnet, beziffert Kubas Jahresinflation auf 67 Prozent und ordnet die Insel damit weltweit hinter Venezuela, Iran, Nordkorea und Sudan ein. Die Differenz zwischen beiden Werten ist selbst ein Befund: Sie misst, wie weit sich der staatlich erfasste Markt von jenem entfernt hat, auf dem Kubanerinnen und Kubaner tatsächlich einkaufen. Autor: Leon Latozke
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