Neues aus Kuba
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Millionen Menschen in Kuba müssen mit stundenlangen Stromausfällen rechnen, selbst während der Nochebuena und am ersten Weihnachtstag. Besonders betroffen sind Provinzen im Osten, während die Situation in Havanna vergleichsweise moderat bleibt.
24.12.2025 07:00 Uhr
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Zum Weihnachtsfest 2025 drohen auf der Karibikinsel landesweit stundenlange Stromausfälle. Millionen Kubaner müssen damit rechnen, dass die Nochebuena und der erste Weihnachtstag ohne Elektrizität verlaufen. In der Hauptstadt Havanna ist besonders der Block 1 betroffen, wo die staatliche Unión Eléctrica (UNE) für die Nacht des 24. Dezember Abschaltungen von 21 bis 24 Uhr angekündigt hat. In anderen Teilen der Stadt und auf der Insel sind tägliche Unterbrechungen von acht bis zehn Stunden vorgesehen, in der Praxis oft länger.
Die Situation in Havanna gilt als vergleichsweise moderat. Die Hauptstadt verfügt über eine konzentrierte wirtschaftliche und politische Infrastruktur, zudem reagieren die Bewohner schneller auf Versorgungsengpässe. Deutlich gravierender ist die Lage in den östlichen Provinzen. In Las Tunas und Guantánamo operieren die Kraftwerke „unter maximal abschaltbarer Kapazität“. In Granma meldete die Gemeinde Cerámica Roja Stromausfälle von mehr als 19 Stunden, in Ciego de Ávila war die Versorgung nur kurzfristig wiederhergestellt. Ursache der Krise ist die chronische Unterfinanzierung des kubanischen Energiesektors, der seit der Revolution von 1959 vollständig staatlich kontrolliert wird. Die Thermoelektrizitätswerke sind veraltet und häufig außer Betrieb, dezentrale Generatoren fehlen aufgrund von Treibstoffmangel. Am Montag standen fünf von 16 Thermoeinheiten still, weitere fielen kurzfristig aus. Nach Schätzungen von EFE operiert derzeit nur ein Drittel der installierten Kapazität. Zahlreiche Generatoren bleiben aufgrund fehlender Schmiermittel und Kraftstoffe inaktiv. Die Lage verschärft sich durch die eingeschränkten Lieferungen venezolanischen und mexikanischen Treibstoffs. Die kubanische Regierung verweist auf US-Sanktionen und spricht von einer „Energieasphyxie“. Unabhängige Studien schätzen, dass zur Stabilisierung des Systems Investitionen zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar erforderlich wären. Kurzfristige Lösungen sind nicht in Sicht: Energieminister Vicente de la O Levy rechnet für 2026 nur mit einer „leichten“ Verbesserung. Die Stromausfälle belasten die Wirtschaft, die in den vergangenen fünf Jahren um rund elf Prozent schrumpfte, und verschärfen die soziale Unzufriedenheit. Sie gelten als zentraler Auslöser der größten Proteste auf der Insel in den vergangenen Jahren und verdeutlichen die strukturellen Probleme des kubanischen Energiesektors.
Quelle: EFE (https://t1p.de/pd2df)
Autor: Leon Latozke
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