Neues aus Kuba
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Ein erneuter Teilkollaps des kubanischen Stromsystems hat am MIttwoch weite Teile des Ostens der Insel lahmgelegt. Rund 3,4 Millionen Menschen waren zeitweise ohne Elektrizität.
05.02.2026 06:45 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Kuba ist erneut von einem erheblichen Lähmung seiner Stromversorgung betroffen. Am Mittwoch (4,) kam es zu einem partiellen Kollaps des Nationalen Stromsystems (Sistema Eléctrico Nacional - SEN), der nach Angaben des staatlichen Stromversorgers Unión Eléctrica (UNE) rund 3,4 Millionen Menschen traf. Betroffen waren die vier östlichen Provinzen Holguín, Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo. In großen Teilen dieser Region, darunter auch in Santiago de Cuba, der zweitgrößten Stadt des Landes, fiel die Stromversorgung zeitweise vollständig aus.
Als Ursache nannte die UNE die automatische Schutzabschaltung in einer 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung in der Provinz Holguín., die ausgelöst wird, wenn es zu ungewöhnlichen Abweichungen im Stromfluss kommt. In der Folge wurden mehrere wichtige Stromerzeuger vom Netz getrennt, darunter das thermoelektrische Kraftwerk Felton, der größte Stromproduzent im Osten Kubas, sowie ein weiteres Kraftwerk und eine Motorenstation in derselben Provinz. Es handelt sich um den zweiten Teilzusammenbruch des Stromsystems innerhalb von etwas mehr als vier Monaten. Bereits im vergangenen Oktober war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen, der ebenfalls durch eine automatische Abschaltung ausgelöst worden war. Nach Angaben des staatlichen Energieversorgers werden die genauen Ursachen des aktuellen Zwischenfalls noch untersucht. Der erneute Ausfall fällt in eine Phase anhaltender und sich zuspitzender Energieprobleme. Seit Mitte 2024 leidet Kuba unter einer schweren Stromkrise, die sich in landesweiten, täglichen Abschaltungen widerspiegelt. In vielen Regionen dauern die geplanten Stromausfälle regelmäßig mehr als 20 Stunden an. Am 31. Januar wurde ein neuer Höchstwert registriert: Zeitweise waren 63 Prozent des Landes gleichzeitig ohne Elektrizität – der höchste Wert seit Beginn der regelmäßigen Veröffentlichung von Energiedaten im Jahr 2022. Durch den jüngsten Teilkollaps sind derzeit sieben der insgesamt 16 thermoelektrischen Erzeugungseinheiten außer Betrieb und betreffen auch zwei der drei größten Anlagen des Landes. Die Thermokraftwerke liefern im Durchschnitt rund 40 Prozent des kubanischen Stroms und gelten als besonders störanfällig. Zusätzlich verschärft wird die Lage durch Probleme in der dezentralen Stromerzeugung. Seit Mitte Januar veröffentlicht die UNE keine konkreten Zahlen mehr zu den Motorenkraftwerken, die wegen fehlenden Brennstoffs oder Schmiermittels außer Betrieb sind. Aus den verbleibenden Angaben lässt sich jedoch ableiten, dass die ausgefallene Leistung zuletzt bei mehr als 1.000 Megawatt lag. Beobachter sehen darin einen deutlichen Hinweis auf die zunehmende Knappheit von Diesel und Schweröl, unter anderem infolge ausbleibender Lieferungen aus Venezuela. Unabhängige Fachleute führen die anhaltende Krise vor allem auf eine chronische Unterfinanzierung des Energiesektors zurück, der seit der Revolution von 1959 vollständig in staatlicher Hand ist. Schätzungen zufolge wären Investitionen in Höhe von 8 bis 10 Milliarden US-Dollar erforderlich, um das Stromsystem grundlegend zu modernisieren. Die kubanische Regierung macht hingegen vor allem die US-Sanktionen verantwortlich und spricht von einer gezielten Beeinträchtigung der Energieversorgung.
Quelle: EFE (https://t1p.de/92r89)
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