Neues aus Kuba
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02.05.2026 06:00 Uhr
Ein 33-jähriger Kubaner starb in ICE-Haft, vermutlich durch Suizid. Er ist der 18. Todesfall in Gewahrsam der US-Bundesbehörde in diesem Jahr.
Ein 33-jähriger kubanischer Staatsbürger ist in der Haft der US-Einwanderungsbehörde ICE gestorben, wobei die Behörde von einem mutmaßlichen Suizid ausgeht. Der Vorfall ereignet sich im Kontext einer massiven Verschärfung der Abschiebungspolitik unter Präsident Donald Trump, die zu einem deutlichen Anstieg der Todesfälle in Einwanderungshaft geführt hat.
Denny Adan G. war nach Angaben von ICE am 12. Dezember 2025 in Charlotte, North Carolina, wegen des Vorwurfs der Körperverletzung und häuslicher Gewalt festgenommen worden. Anschließend wurde er im Januar in das Stewart Detention Center in Georgia überstellt, eine von der privaten Gefängnisfirma CoreCivic betriebene Einrichtung, die mit ICE zusammenarbeitet. Laut der Einwanderungsbehörde war G. bereits zuvor aus den USA ausgewiesen worden, kehrte jedoch 2022 ohne gültige Papiere zurück. Am vergangenen Dienstag (28.) wurde der Kubaner leblos in seiner Zelle aufgefunden und später in einem nahegelegenen Krankenhaus für tot erklärt. Die Menschenrechtsorganisation Physicians for Human Rights (PHR) bestätigte, dass es sich um den 18. Todesfall in ICE-Gewahrsam in diesem Jahr handelt. Besorgniserregend ist, dass fünf dieser Todesfälle mutmaßlich auf Suizid zurückgehen, was nach Einschätzung der Organisation auf ein „Muster zunehmender Selbsttötungen“ hindeutet. Der Anstieg der Todesfälle fällt mit einer drastischen Ausweitung der Einwanderungshaft zusammen. Während zu Trumps Amtsantritt im Januar 2025 noch knapp 40.000 Menschen in Gewahrsam waren, stieg diese Zahl bereits im Januar 2026 auf über 70.000 Inhaftierte, wie das Transaktionsdatenarchiv TRAC dokumentiert. Das laufende Jahr könnte damit die höchste Todesrate in der 22-jährigen Geschichte der Behörde verzeichnen, nachdem bereits im Vorjahr mit 33 bestätigten Todesfällen ein Rekord aufgestellt wurde. Kritiker sehen einen direkten Zusammenhang zwischen den Todesfällen und den Haftbedingungen. Der Rechtsanwalt Andrew Free, der Einwanderungshaftfälle verfolgt, berichtete, dass G. in Isolationshaft gehalten worden sei. ICE selbst machte in seiner Stellungnahme keine Angaben dazu, ob der Kubaner zum Zeitpunkt seines Todes isoliert untergebracht war. Physicians for Human Rights kritisierte die Praxis scharf: Der Tod von G. „spiegelt ein Muster zunehmender Suizide in einem System wider, in dem Einzelhaft trotz gut dokumentierter Nachweise über ihre schwerwiegenden psychologischen Schäden weit verbreitet bleibt“. Katherine Peeler, Ärztin und Professorin an der Harvard Medical School, zeigte sich erschüttert, aber nicht überrascht: „Wenn jemand in Einwanderungshaft isoliert wird, bereits getrennt von Familie, Gemeinschaft, sozialer und rechtlicher Unterstützung, verstärkt sich das Risiko. ICE hat diese Beweise wiederholt erhalten – durch unsere Berichte, durch Kongressanhörungen, durch Forschungsergebnisse ihrer eigenen Aufsichtsbehörden.“
Quelle: Al Jazeera (https://t1p.de/splfy)
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