Neues aus Kuba
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26.02.2026 07:30 Uhr
Vier Tote nach einem Schusswechsel vor Kubas Küste – und in Florida beginnen Ermittlungen. Justizminister James Uthmeier stellt die Darstellung Havannas offen infrage, War es ein legitimer Grenzschutz oder eine Eskalation mit tödlichen Folgen?
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Nach einem Schusswechsel vor der Nordküste Kubas mit vier Toten und sechs Verletzten haben die Behörden im US-Bundesstaat Florida eine Untersuchung angekündigt. Der Vorfall ereignete sich nach offiziellen Angaben rund eine Meile nordöstlich des El-Pino-Kanals im Municipio Cayo Falcones Corralillo in der Provinz Villa Clara. Beteiligt war ein in Florida registriertes Schnellboot.
Floridas Justizminister James Uthmeier erklärte, er habe das zuständige Büro für landesweite Strafverfolgung angewiesen, gemeinsam mit Bundes-, Landes- und weiteren Sicherheitsbehörden Ermittlungen aufzunehmen. Er reagierte damit auf Berichte, wonach das Boot in kubanischen Gewässern unter Beschuss geraten sei. Uthmeier bezog sich unter anderem auf eine Stellungnahme der kubanischen Botschaft in Washington, die vom republikanischen Kongressabgeordneten Carlos Giménez verbreitet wurde. Giménez sprach in sozialen Netzwerken von einem Angriff der kubanischen Führung auf ein Boot aus Florida und erhob schwere Vorwürfe gegen Havanna. Uthmeier äußerte ebenfalls Zweifel an der Darstellung der kubanischen Behörden. Man könne den Angaben der Regierung in Havanna nicht ohne Weiteres vertrauen, betonte er, und kündigte an, alles zu unternehmen, um Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Nach Darstellung des kubanischen Innenministetoums (Ministerio del Interior - MININT) hatte sich das Schnellboot der Insel genähert. Eine Einheit der Grenztruppen habe das Boot zur Identifizierung angehalten. Laut offizieller Mitteilung hätten die Insassen des Schnellboots das Feuer eröffnet und dabei den Kommandanten des kubanischen Patrouillenbootes verletzt. In der anschließenden Konfrontation seien vier Personen auf dem ausländischen Boot getötet und sechs weitere verletzt worden. Die Verwundeten seien medizinisch versorgt worden. Die kubanische Seite veröffentlichte die Registrierungsnummer des Bootes und verwies auf das Recht, die eigenen Hoheitsgewässer zu schützen. Nationale Verteidigung sei ein zentraler Pfeiler staatlicher Souveränität, hieß es. Die Ermittlungen dauerten an. In Florida steht hingegen die Frage im Raum, ob es sich um eine verhältnismäßige Reaktion handelte oder um eine unangemessene Eskalation. Dass der Vorfall in unmittelbarer Küstennähe stattfand, verleiht ihm zusätzliche politische Brisanz. Für die Behörden in Florida geht es nicht nur um die Aufklärung eines mutmaßlich gewaltsamen Zwischenfalls, sondern auch um den Schutz eigener Staatsbürger und die Bewertung des Vorgehens kubanischer Sicherheitskräfte. Die angekündigten Ermittlungen könnten diplomatische Spannungen verschärfen. Während Havanna den Zwischenfall als Akt der Grenzsicherung darstellt, rückt Florida die Verantwortung der kubanischen Behörden in den Mittelpunkt.
Quelle: Florida Politics (https://t1p.de/r25pa), Cuba en Miami (https://t1p.de/9m4rg)
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