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09.06.2026 09:00 Uhr
Während viele Airlines ihre Kuba-Flüge einstellten, hält Air Europa am Betrieb Madrid–Havanna fest. Die Airline trotzt US-Sanktionen und erhält eine wichtige Verbindung für Geschäftsreisende und die kubanische Diaspora in Europa.
Abbildung: Symbolbild von Alan Wilson, Boeing 787-8 ‘EC-MIG’ Air Europa, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 2.0
Während andere spanische Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Kuba zurückfahren oder ganz einstellen, bleibt Air Europa der Karibikinsel treu. Die zum Globalia-Konzern gehörende Airline bietet weiterhin drei wöchentliche Flüge zwischen Madrid und Havanna an. Damit setzt sich das Unternehmen über den wachsenden wirtschaftlichen Druck der USA hinweg, der gezielt ausländische Firmen mit Geschäftsbeziehungen zur Insel unter Beschuss nimmt. Die Entscheidung sichert eine für Spanien und Kuba gleichermaßen bedeutende Luftverkehrsverbindung, die von Migranten, Reisenden und Geschäftsleuten genutzt wird.
Air Europa hält an ihrem Engagement fest, während andere Branchenakteure – darunter Iberia und World2Fly – ihre Präsenz im kubanischen Markt ausgesetzt haben. Beide spanischen Gesellschaften hatten zuvor Direktflüge zwischen Madrid und Havanna angeboten. Ihr Rückzug verringert die Auswahl für Passagiere drastisch. Auch kanadische Fluglinien wie Air Canada, Sunwing und WestJet setzten vor kurzem Ihre Verbindungen nach Kuba auf unbestimmte Zeit aus. Der Schritt von Air Europa erfolgt vor dem Hintergrund einer tiefgreifenden Energiekrise auf Kuba und einer neuen Welle von US-Sanktionen, die das operative Umfeld für internationale Firmen zunehmend erschweren. Die Auswirkungen der Energiekrise treffen auch Air Europa. Die Airline informierte darüber, dass die Verbindung zwischen Havanna und Madrid vorübergehend angepasst werden muss. Zwar bleibt der Flugbetrieb auf der Strecke grundsätzlich gesichert, doch der Rückflug UX052 von Havanna nach Madrid wird bis einschließlich 30. Juni einen technischen Zwischenstopp zum Auftanken einlegen müssen. Bis zum 12. Juni erfolgt dieser in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik, ab dem 13. Juni in Punta Cana. Die Fluggesellschaft betonte, dass diese Maßnahmen ausschließlich auf die eingeschränkte Treibstoffversorgung in Havanna zurückzuführen seien und außerhalb ihres Einflussbereichs lägen. Für Kuba bedeutet das Festhalten von Air Europa eine Abmilderung des weiteren Verlusts an internationaler Anbindung. Spanien bleibt ein zentraler Knotenpunkt für die kubanische Diaspora in Europa. Die Strecke Madrid–Havanna ist für viele Kubaner unverzichtbar: Sie reisen, um Verwandte zu besuchen, Papiere zu regeln, in Drittländer weiterzureisen oder Verbindungen zur in Spanien lebenden Gemeinschaft zu pflegen. Der Fortbestand der Route kommt zu einer Zeit, in der der Tourismus – einer der am schwersten von Treibstoffknappheit, Stromausfällen, Serviceverfall und schwindender internationaler Anbindung betroffenen Sektoren – ums Überleben kämpft.
Quelle: AirEuropa (https://t1p.de/n2lel)
Autor: Leon Latozke
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