Neues aus Kuba
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Trotz neuer Sanktionen aus Washington hält Jamaika an kubanischen Ärztebrigaden fest. Das seit Jahrzehnten bestehende Programm gilt als unverzichtbar für das öffentliche Gesundheitswesen.
18.02.2026 08:50 Uhr
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Die Regierung von Jamaika hält ungeachtet des wachsenden Drucks aus Washington an ihrer medizinischen Zusammenarbeit mit Kuba fest. Wie Gesundheitsminister Christopher Tufton in Kingston erklärte, bleibe das Programm „in Kraft“. Zwar sei das bisherige Memorandum of Understanding (MOU) ausgelaufen, doch liefen Verhandlungen über eine Fortführung. Der Prozess sei „lang und kontinuierlich“.
Rund 300 kubanische Ärzte und Fachkräfte sind demnach weiterhin auf der Insel im Einsatz – auf Basis bestehender Verträge. Dazu zählt auch das kubanische Augenheilkundeprogramm sowie der reguläre Einsatz in Krankenhäusern und Gesundheitszentren. Die Kooperation reicht mehr als 50 Jahre zurück und gilt als tragende Säule des öffentlichen Gesundheitswesens Jamaikas. Außenministerin Kamina Johnson Smith hatte das Programm bereits im vergangenen Jahr als „essenziell“ bezeichnet. Eine Überprüfung sei eingeleitet worden, noch bevor die internationale Kritik an den kubanischen Ärztebrigaden zunahm. Hintergrund sind neue US-Sanktionen gegen die kubanischen Auslandsmissionen. Washington verschärft damit den Druck auf Havanna. In der Folge haben mehrere karibische und zentralamerikanische Staaten ihre Verträge mit Kuba reduziert oder beendet. Zu den Ländern, die ihre Programme zunächst verteidigten, zählen Antigua und Barbuda, Bahamas, Grenada, Guyana sowie Trinidad und Tobago. Sie sahen sich später jedoch gezwungen, ihre Abkommen anzupassen. Nach Angaben einer Quelle der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS) haben einige Inselstaaten das Programm ausgesetzt, während andere formell Beschwerde bei den USA einlegten. Die kubanischen Ärztebrigaden existieren seit mehr als sechs Jahrzehnten. Offiziellen Angaben zufolge wurden rund 600.000 Fachkräfte in 165 Länder entsandt. Das Modell gilt als diplomatisches Instrument Havannas und ist zugleich umstritten: Es verschafft den Empfängerländern dringend benötigtes Personal, steht jedoch wegen Vertragsbedingungen und staatlicher Kontrolle in der Kritik.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/1p6x5)
Autor: Leon Latozke
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