Neues aus Kuba
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Die US-Regierung erhöht den Druck auf Venezuela und Kuba, indem er den Abbruch der Beziehungen zur Karibikinsel fordert. Für Kuba hätte ein Ende der engen Energiekooperation mit Venezuela erhebliche wirtschaftliche Folgen und könnte die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen.
07.01.2026 07:00 Uhr
Abbildung: The White House, P20260103MR-1688, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Venezuela und bringt dabei auch Kuba direkt ins Spiel. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern, auf die sich der US-Sender ABC beruft, hat Washington der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez Bedingungen übermittelt, die an eine Wiederaufnahme der Erdölförderung und den internationalen Verkauf von venezolanischem Rohöl geknüpft seien. Demnach soll Caracas seine politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu China, Russland, Iran und Kuba beenden.
Ziel der US-Administration sei es, Venezuela außenpolitisch neu auszurichten und die Vereinigten Staaten als zentralen, wenn nicht einzigen Partner im venezolanischen Ölsektor zu etablieren. US-Außenminister Marco Rubio erklärte in einer vertraulichen Unterrichtung von Kongressabgeordneten, Washington sehe sich in einer starken Verhandlungsposition. Viele venezolanische Öltanker seien beladen, könnten ihre Fracht jedoch nicht absetzen. Ohne rasche Verkäufe drohe dem Land innerhalb weniger Wochen eine akute Zahlungsunfähigkeit, so Rubio. Für Kuba hätten die Forderungen weitreichende Konsequenzen. Havanna ist seit Jahrzehnten eng mit Caracas verbunden, insbesondere durch Energiekooperationen. Venezolanische Öllieferungen gelten als ein zentraler Pfeiler der kubanischen Wirtschaft. Ein erzwungener Abbruch dieser Beziehungen würde die ohnehin angespannte Energie- und Versorgungslage auf der Insel weiter verschärfen. Offiziell hat die venezolanische Regierung bislang nicht auf die US-Forderungen reagiert. Delcy Rodríguez betonte jedoch in anderem Zusammenhang, Venezuela lasse sich nicht von „externen Akteuren“ regieren. Der republikanische Senator Roger Wicker bestätigte gegenüber ABC News, dass der US-Plan auf die Kontrolle über den Ölsektor abziele, ein militärisches Eingreifen aber nicht vorgesehen sei. In Lateinamerika stößt das Vorgehen Washingtons auf deutliche Kritik. Während einer Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten verurteilten unter anderem Kolumbien, Chile, Mexiko und Brasilien den politischen Druck auf Caracas und warnten vor einer Gefährdung der staatlichen Souveränität in der Region. Beobachter sehen in der US-Initiative einen geopolitischen Vorstoß mit erheblichen Folgen – nicht nur für Venezuela, sondern auch für Kuba und das regionale Machtgefüge.
Quelle: ABC (https://t1p.de/fc1zc)
Autor: Leon Latozke
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